Compliance
Vorbeugen, aufdecken, reagieren

Spätestens seitdem Siemens sich fast täglich mit dem Thema Korruption und schwarze Kassen befassen muss, steht gute Unternehmensführung immer häufiger ganz oben auf der Agenda der Konzerne. Nicht alle Compliance-Konzepte gehen auf.

Am 7. Juni um 18 Uhr ist Anpfiff: Im St.-Jakob-Park in Basel beginnt die Fußball-Europameisterschaft. Hunderttausende Fans haben sich in den vergangenen Monaten vergeblich um die begehrten Tickets bemüht. Viele Geschäftspartner der Sponsoren, die über Tausende Eintrittskarten verfügen, haben aber Glück: Ihnen flattern dieser Tage Einladungen für die „Euro“ ins Haus.

So mancher Manager wird die Spiele im Juni trotzdem nur vor dem Fernseher mitverfolgen. Denn immer mehr Firmen haben inzwischen strikt geregelt, welche Einladungen und Geschenke ihre Mitarbeiter annehmen dürfen und welche nicht. Seitdem beim Münchener Traditionskonzern Siemens das Thema Korruption zum ständigen Begleiter geworden ist, steht gute Unternehmensführung ganz oben auf der Agenda vieler Unternehmen – in der Fachwelt wird sie meist mit dem englischen Begriff „Compliance“ umschrieben.

Beispiel Bosch. In dieser Woche startet der schwäbische Automobilzulieferer in Deutschland sein neues System zur Bekämpfung von Korruption, bis Ende des Jahres soll es weltweit installiert sein. Ein einheitlicher Verhaltenskodex wird künftig das bislang gültige Regelwerk aus vielen einzelnen Richtlinien zusammenfassen. Drei Dutzend regionale Compliance-Beauftragte sollen zudem vor Ort darüber wachen, dass die Spielregeln eingehalten werden.

Dabei geht es nicht nur um Schmiergelder oder schwarze Kassen, sondern zum Beispiel auch um Produktsicherheit, Kartellverstöße sowie Umwelt- und Sozialstandards. Alle drei Monate müssen die Compliance-Manager an die Zentrale berichten, in konkreten Fällen sofort. Die Informationen laufen im Hauptquartier in Gerlingen bei Heiko Carrie, dem Bosch-Chefsyndikus und seinem Kollegen, Horst Wittmoser, Chef der Revision, zusammen.

Eine sorgfältige Auswahl der Verantwortlichen sei enorm wichtig, meint Caspar von Hauenschild, Vorstand der Antikorruptionsorganisation Transparency International: „Das müssen starke und durchsetzungsfähige Persönlichkeiten sein, die direkt an den Vorstand berichten, beziehungsweise in den Regionen direkt an den Compliance-Chef in der Zentrale.“

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