Computerbranche
HP-Verwaltungsratschefin Dunn gibt auf

Patricia Dunn tritt als Chefin des Verwaltungsrats beim Computerkonzern Hewlett-Packard zurück und stolpert damit über den Bespitzelungsskandal in ihrem Unternehmen, den sie selbst ausgelöst hatte. Einfaches Mitglied des Gremiums will die 53-Jährige aber bleiben.

HB SAN FRANCISCO. Dunn werde am 18. Januar 2007 als Vorsitzende des Gremiums zurücktreten, teilte HP am Dienstag mit. Ihr Nachfolger werde HP-Chef Mark Hurd.

In dem Spionageskandal bei dem Computerkonzern ermittelt seit mehreren Monaten auch die kalifornische Justiz. Dabei geht es um unerlaubte Weitergabe von Firmeninterna und um Datenspionage. Dunn hatte Anfang 2005 Detektive damit beauftragt, nach einem „Leck“ im Führungsgremium zu suchen. Wiederholt waren Einzelheiten über Beratungen des Gremiums zum Rücktritt von Firmenchefin Carly Fiorina an die Öffentlichkeit gekommen.

Bei der Untersuchung stellte sich laut HP heraus, dass Direktoriumsmitglied George Keyworth unautorisiert Einzelheitungen über die Beratungen weitergegeben hatte. Im Mai wurde Keyworth von HP aufgefordert, das Gremium zu verlassen - was dieser ablehnte. Nur wenige Tage später verließ der in den USA bekannte Investor Thomas Perkins das Gremium im Streit mit Dunn. Er gab an, mit der Art unzufrieden zu sein, wie sie mit dem Fall umging.

Bei ihren Ermittlungen hatten die Privatdetektive laut HP unter Vortäuschung einer falschen Identität Telefondaten und E-Mails ausspioniert und gespeichert. Unter anderem sollen auch die Daten von Journalisten ausgespäht worden sein. Dunn stritt ab, von diesen illegalen Ermittlungsmethoden gewusst zu haben. „Unglücklicherweise wurden bei der Untersuchung, bei der externe Ermittler beauftragt wurden, unangemessene Verfahren angewendet“, sagte sie. Noch in der vergangenen Woche hatte Dunn einen Rücktritt abgelehnt.

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