Consultants wollen profitieren
Krisenprävention wird zum lukrativen Geschäft

Gefahren lauern im Geschäftsleben überall: Etwa wenn durch eine Panne die Kundendaten von AOL für jedermann zugänglich werden oder wenn schlecht gewartete Öl-Pipelines von BP Leck schlagen. Dies führt nicht nur zu Einnahmeausfällen, sondern kann auch zum Ärger mit dem Gesetz führen.

HB BERLIN. Im Fall des BP Lecks führte dies zu Untersuchungen der US-Umweltbehörde sowie des Justiz- und Verkehrsministeriums. Riskant ist aber auch, von einer Ratingagentur heruntergestuft zu werden, von Produktionssausfällen wegen Streiks oder mangelhaften Teilen eines Zulieferers betroffen zu sein.

Selbst wenn vieles unvorhersehbar erscheint: Für den Fall aller Fälle wollen sich viele Unternehmen rüsten - sie versuchen, ihre Risiken beherrschbar zu machen. Für Unternehmensberatungen wird dieser Bedarf zum guten Geschäft: Bei vielen von ihnen kümmern sich mittlerweile eigene Abteilungen um Risiko-Management (RM).

"Das ist ein massiv wachsendes Geschäftsfeld", sagt Arno Gerken, Leiter Risk Management Practice bei McKinsey. Auch bei Roland Berger floriert das entsprechende Kompetenzcenter. Kienbaum hat vor einem halben Jahr eine entsprechende Abteilung ins Leben gerufen.

Grund für den Boom ist die zunehmende Zahl an externen Risiken, sagt Gérard Richter, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. Dazu zählen Naturkatastrophen, politische Spannungen oder kriegerische Auseinandersetzungen, die fortschreitende Globalisierung mit weit verzweigten Kunden- und Lieferantenbeziehungen, sowie schärfere Corporate-Governance-Regeln. "Nicht zuletzt steigen die gesetzlichen Anforderungen an ein Risiko-Management, etwa durch das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich oder durch Basel II." Das KonTraG schreibt sowohl Risikomanagement-Systeme als auch interne Revision vor.

Bei großen internationalen Unternehmen steht Risikomanagement schon seit langem auf der Agenda, deswegen gilt der Beratungsbedarf dort eher als überschaubar. "Völlig anders sieht es aber bei kleineren und mittleren Firmen aus", sagt Ulrich Hanfland, beim Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) zuständig für Unternehmenssteuerung und Controlling.

In kleinen und mittelgroßen Firmen seien kaum Risiko-Management-Systeme implementiert. "Aber jeder wird von sich behaupten, systematisch das Risiko zu managen, weil es ja ein Controlling gibt", sagt Hanfland. Doch das genüge nicht. Denn das Unternehmen müsse als ganzes kritisch durchleuchtet werden.

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