Consulting - Richter präzisieren Mindestanforderungen
Urteil stärkt Rechte von beratenen Firmen

Wenn Unternehmen mit der Leistung von Beratern unzufrieden sind, drohen oft langwierige Streits. Im Idealfall haben Kunde und Berater Leistungen und Ziele sowie mögliche Strafen und Bezahlung vertraglich möglichst genau festgelegt. Doch wer sich mangelhaft beraten fühlt, kann sich jetzt auch auf ein Gerichtsurteil berufen.

DÜSSELDORF. Das Oberlandesgericht Düsseldorf präzisierte in einem Urteil in einem Fall aus dem vergangenen Jahr die Mindestanforderungen an eine betriebswirtschaftliche Beratungsleistung. Demnach stellen "völlig unbrauchbare" Beratungsleistungen einen Schaden dar, der dem Vergütungsanspruch des Consultants unter Umständen unmittelbar entgegengehalten werden kann.

Sofern die Beratungsleistung auf die Förderrichtlinien des Bundes Bezug nehme, müsste sie sich auch an ihnen ausrichten und einen schriftlichen Beratungsbericht beinhalten. Dazu gehörten eine Analyse der Situation des beratenen Unternehmens und der im einzelnen ermittelten Schwachstellen, konkrete Verbesserungsvorschläge sowie eine detaillierte Anleitung zur Umsetzung. Es genüge nicht, die Beratungsergebnisse lediglich mündlich zu erläutern. Das OLG betonte, dass "bloße Leerformeln" oder die "Aneinanderreihung von Selbstverständlichkeiten" als Nichtleistung gelten.

Die Richter bemängelten in dem Fall (Az: 15U 177/04) die Leistungs- und Zufriedenheitsbestätigung, die der Unternehmer zum Abschluss der Beratung unterschrieben habe. Eine solche Klausel sei "nichtig". Zudem bekunden sie "Bedenken", sich als Berater ohne Grund die Korrektheit der Arbeit bestätigen zu lassen.

Laut OLG könne der beratene Unternehmer eine nachweislich mangelhafte Beratungsleistung dem Honoraranspruch unmittelbar entgegenhalten. Er müsse dem Berater auch nicht zwingend - wie im allgemeinen Schuldrecht üblich - eine Frist einräumen, um die Leistung nachzuholen.

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