Conti-Vize Favorit für Infineon-Chefposten
Ziebart soll Infineon-Aufsichtsrat präsentiert werden

Der Vize-Chef des Autozulieferers Continental, Wolfgang Ziebart, ist nach Informationen aus Branchenkreisen als neuer Chef des Chipkonzerns Infineon vorgesehen.

HB MÜNCHEN. „Ziebart soll Anfang nächster Wochen dem Aufsichtsrat von Infineon vorgestellt werden“, erfuhr Reuters am Donnerstag aus den Kreisen. Die Anzeichen für eine Ernennung des Managers als Nachfolger von Ulrich Schumacher verdichteten sich damit. Infineon war trotz mehrfacher Versuche für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Am Vorabend hatte es das Unternehmen abgelehnt, sich zur künftigen Besetzung der Konzernspitze zu äußern.

Reuters hatte am Mittwochabend aus Branchenkreisen erfahren, der stellvertretende Vorstandschef des Automobilzulieferers sei mit im Gespräch für die Infineon-Spitze. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, hatte es geheißen. Der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ zufolge hat der 54-Jährige bereits Teile des Conti-Aufsichtsrats von seinen Wechselabsichten informiert. Continental lehnte am Donnerstag ebenso wie bereits am Vortag eine Stellungnahme ab.

Allerdings ist der Autozulieferer Continental ist nach dpa-Informationen bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für Vize-Chef Wolfgang Ziebart, der vor einem Wechsel an die Spitze des Chipkonzerns Infineon steht. „Wir arbeiten intensiv an möglichen Konsequenzen mit dem Ziel, eine Fortführung der erfolgreichen Arbeit in der CAS (Continental Automotive Systems) ohne Unterbrechung stets sicherzustellen“, heißt es in einem Schreiben des Conti- Aufsichtsratsvorsitzenden Hubertus von Grünberg an die Mitglieder des Gremiums. Dies verlautete am Donnerstag aus Aufsichtsratskreisen.

Der in der Öffentlichkeit bekannte aber auch heftig umstrittene Infineon-Chef Ulrich Schumacher war Ende März überraschend abgetreten, wofür Infineon „persönliche Gründe“ nannte. Nach Angaben aus dem Aufsichtsrat war es hingegen innerhalb des Managements zum Streit über die Strategie gekommen. Daraufhin hatte Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley, früher Finanzvorstand bei BASF, vorübergehend die Leitung des Vorstands übernommen.

Erst vor wenigen Tagen hatte er angekündigt, ein Nachfolger an der Konzernspitze werde möglicherweise schon im Juni, spätestens aber im September im Amt sein. Zugleich hatte er von von zwei aussichtsreichen deutschen Kandidaten mit Erfahrung in der Halbleiterbranche gesprochen. Bewerber sollten zudem Erfahrung bei der Sanierung verlustgeplagter Unternehmen mitbringen. Auf Ziebart träfe dies allerdings nur bedingt zu. Der Conti-Mananger war zuvor bei BMW tätig. Anfang der 90er Jahre war er allerdings für ein Jahr auch stellvertretender Geschäftsführer des Computeranbieters Kontron, der später an die Börse ging.

Die Aktie von Infineon verlor am Donnerstagnachmittag in einem insgesamt nachgebenden Markt rund zwei Prozent auf 10,60 €, Continental-Papiere notierten 1,06 % leichter bei 37,50 €.

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