Continental-Personalvorstand Wente
Der gute Cop aus Hannover

Am Donnerstag wird es ernst für Continentals Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente. Die EU-Kommission entscheidet dann über den Kauf von VDO.

HANNOVER. In Krimis mit Schauplatz New York kommt bei Verhören das Prinzip "Guter Cop, böser Cop" zum Einsatz. Ein Polizist gibt den verständnisvollen Zuhörer, sein Partner baut die Drohkulisse auf. Meist wirkt das clevere Schauspiel. Die Ordnungshüter bekommen, was sie wollen.

Eine ähnliche Strategie verfolgt offenbar der Automobilzulieferer Continental in Hannover. An der Spitze prescht der kantige Westfale Manfred Wennemer lautstark vor und schüchtert seine Gegner mit markigen Worten ein. Die Rolle des geduldigen Ansprechpartners für Manager, Mitarbeiter und Arbeitnehmervertreter kommt dann Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente zu.

"Wir verfolgen meist dasselbe Ziel", sagt Wente über Wennemer. "Ab und zu kommen wir zu unterschiedlichen Lösungsansätzen. Deshalb gibt es verschiedene Rollen in einem Vorstand." Beide kennen sich gut, arbeiten seit Jahren zusammen, pflegen untereinander ein offenes Wort. Vor einem halben Jahr machte Wennemer den Manager der Konzerntochter ContiTech, die Schläuche, Luftfedern und Keilriemen herstellt, zum Arbeitsdirektor. Nach 29 Jahren im Unternehmen zog Wente in den Zentralvorstand ein.

Auf positive Resonanz stößt die Personalie selbst auf der anderen Seite des Verhandlungstischs. "Mit Wente kann man reden", sagt ein Spitzenfunktionär der IG Metall. Der Manager stehe zu seinem Wort. Vorgänger Thomas Sattelberger, heute Personalvorstand der Telekom, galt in seinen knapp vier Jahren bei Conti vielen Gewerkschaftern eher als Mann großer Worte, der wenig greifbar war. "Wente sieht aus wie ein Beamter, entscheidet aber schnell", sagt der Funktionär.

Kein gering zu schätzendes Lob angesichts der Auseinandersetzungen, die von Seiten der IG Metall und der Betriebsräte von Conti und VDO derzeit mit der Konzernspitze ausgetragen werden. Die Arbeitnehmervertreter fürchten, der Vorstand könnte nach der VDO-Übernahme massiv Jobs abbauen und ganze Standorte dichtmachen. Über entsprechende Zahlenspiele kann sich der sonst nüchterne Niedersachse Wente, geboren im beschaulichen Nettelrede bei Hameln, echauffieren. "Die Restrukturierungen werden an mancher Stelle nicht einfach sein. Aber jetzt Tausende von Arbeitsplätzen als gefährdet hinzustellen schürt aus unserer Sicht nur die Angst. Betriebsbedingte Kündigungen sind für uns immer nur das allerletzte Mittel." Klar ist aber, dass der Conti-Vorstand erhebliche Einsparpotenziale ausmacht. "Wenn wir zwei Verwaltungen zusammenführen, erwarten wir Synergien", sagt Wente nüchtern.

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