Contracting-Potenzial ist kaum ausgereizt
Mit eigener Kraft die Stromkosten senken

Hohe Stromrechnungen, steigende Preise für Gas und Öl - für Schraubenfabrikant Schriever aus dem westfälischen Lüdenscheid ist der Ärger über die stetig steigenden Energiekosten nur noch halb so groß.

DÜSSELDORF. Das mittelständische Unternehmen hat einen anstehenden Neu- und Umbau genutzt, sich ein modernes Energiemanagement aufzubauen.

Schriever nützt die Abwärme der Maschinen, um Büros und Fabrikhallen zu beheizen. Eine normale Heizungsanlage benötigt der Mittelständler nicht mehr. Ergebnis: Während die Produktion um 35 Prozent stieg, sanken die Energiekosten um 30 Prozent. "Das war eine weise Entscheidung, wenn man sich die steigenden Ölpreise anschaut", sagt Geschäftsführer Jan Schriever.

So gelassen wie Schriever kann derzeit kaum ein Unternehmer auf seine Strom, Gas- oder Heizölrechnungen blicken. Die Preise sind in den vergangenen zwei Jahren um hohe zweistellige Prozentraten gestiegen. Für die deutsche Wirtschaft werden die Energiekosten zunehmend zum Problem - vor allem für den Mittelstand. Über die Branchen hinweg entsprechen sie inzwischen rund fünf Prozent des Umsatzes, 2000 waren es noch zwei Prozent. Bestimmte Zweige wie die Metallverarbeitung, Kalk- oder Zementhersteller, aber auch die Lebensmittelbranche sind noch stärker betroffen.

"Große Unternehmen können mit den Versorgern Sonderkonditionen aushandeln, kleinere Firmen müssen dagegen hohe Preise akzeptieren", sagt Manfred Panitz, Geschäftsführer des Verbands der Energie-Abnehmer (VEA), einem Zusammenschluss von rund 4 500 Energiekunden aus dem Mittelstand. Dabei werde das Problem steigender Energiekosten immer drängender. "Der Mittelstand kämpft schon an vielen Fronten mit hohen Belastungen - da kommen die hohen Preise für Strom und Gas noch oben drauf."

Es gibt aber für mittelständische Unternehmen Möglichkeiten die Energiekosten zu begrenzen. Eine bietet der VEA selbst an. Er stellt Mitgliedern eine Internetplattform zur Verfügung, auf der sie ihren Energiebedarf in einer Auktion anbieten können. Das Unternehmen gibt dabei im Internet an, wie viel Strom oder Gas es beziehen will, Versorger aus dem ganzen Bundesgebiet - darunter auch kleine Konkurrenten der großen Konzerne - können über einige Tage hinweg ihre Angebote abgeben und gebenenfalls nachbessern. Der preiswerteste Anbieter bekommt den Zuschlag - in der Regel für ein Jahr. Fünf bis zehn Prozent könnten die Firmen auf diesen Weg einsparen, sagt Panitz.

Viele Mittelständler können ihre Kosten schlichtweg durch Energiesparen senken - etwa, indem sie unnütze Verbrauchsquellen aufspüren oder ihre Anlagen modernisieren. Modernes Energiemanagement ist für viele Firmen aber noch ein Fremdwort, die Energiekosten werden zwar als Ärgernis empfunden, nicht aber als betriebswirtschaftliche Steuerungsgröße. Hilfe beim Umstieg finden Unternehmen nicht nur bei spezialisierten Beratungshäusern oder Ingenieurbüros, sondern auch in vielen Bundesländern durch öffentliche Einrichtungen.

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