Controlling
Domino, Mikado und Monopoly

Beim Speditionsunternehmen Dachser gilt Controlling, verbunden mit individueller Software, als das Erfolgsrezept.

KEMPTEN. Zwei Gabelstapler bewegen sich fast wie in einem Pas de Deux zu Walzerklängen. An diesem 28. April 2005 soll auf der Bühne in der Münchener Reithalle der sonst raue Alltag der Arbeitsfahrzeuge in den Lagerhallen von Dachser leicht und elegant wie bei einem Ballett erscheinen. Die Illusion gelingt. Die über 1 500 geladenen Gäste zum 75-jährigen Firmenjubiläum sind begeistert. Das Unternehmen feiert sich. Die Show läuft an diesem Abend reibungslos - wie so vieles im Hause Dachser in den vergangenen Jahren.

Das Unternehmen ist mit 235 Standorten eines der größten deutschen Logistikunternehmen. Auch europaweit zählt der Familienkonzern mit 13 400 Beschäftigten zu den Top Five. 29 Millionen Sendungen bewegt Dachser pro Jahr - mit steigender Tendenz. Der Umsatz verdoppelte sich in den vergangenen fünf Jahren. 2005 betrug der Anstieg 19 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro.

Wie bei vielen Familienunternehmen hat der Erfolg von Dachser mehrere Geheimnisse. Ein strenger Gesellschaftervertrag zählt dazu, auch die Verbundenheit der Familie. Doch bei dem Unternehmen aus Kempten sticht vor allem eine Strategie heraus: die Bereitschaft, viel Geld für exakte standardisierte Prozesse auszugeben. Controlling, verbunden mit dem Einsatz modernster Software, wird bei Dachser groß geschrieben. Das gilt für die Finanzen ebenso wie fürs Prozesscontrolling und ist längst nicht selbstverständlich für ein Familienunternehmen.

Controlling fängt bei Dachser schon bei der Strategie an. Die Gesellschafter geben strenge Vorgaben, die die Unabhängigkeit sichern sollen. Nach ihren Vorgaben darf die Eigenkapitalquote auch bei Übernahmen nicht unter 30 Prozent abrutschen. Dachser übernimmt deshalb keine Großunternehmen, sondern nur kleinere Firmen, die sich leichter integrieren lassen.

Als das Unternehmen im Jahr 1930 gegründet wurde, waren Steuerung durch Kostenrechnung oder Deckungsbeiträge noch Fremdwörter. Zwar hat Sparsamkeit und Fleiß in der Familie Tradition. "Mein Großvater war aber mehr Unternehmer als Kostenrechner", sagt Bernhard Simon, Sprecher der Geschäftsführung und Enkel des Firmengründers Thomas Dachser. Damals hat man eben einen LKW angeschafft, wenn man ihn brauchte und irgendwie abstottern konnte.

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