Coty-Inhaber Reimanns wanderten wegen Steuern aus

Die Industriellenfamilie Reimann hat Deutschland schon vor Jahren verlassen. Die Reimanns gehören mit rund zehn Milliarden Euro zu den reichsten Deutschen. Der Grund: die hohen Steuern.
Update: 25.05.2012 - 16:49 Uhr 8 Kommentare
Der Kosmetikhersteller Coty gehört der Industriellenfamilie Reimann. Quelle: dpa

Der Kosmetikhersteller Coty gehört der Industriellenfamilie Reimann.

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HamburgDie aus dem Rhein-Neckar-Raum stammende Industriellenfamilie Reimann, der unter anderem die Firmen Coty und Bally gehören, hat ihren Wohnsitz bereits vor Jahren ins Ausland verlegt. Eine Sprecherin der Holding der Milliardärsfamilie bestätigte am Freitag in Teilen einen entsprechenden Bericht des „Manager Magazins“.

Der Wechsel der Erben eines Firmenimperiums ins Ausland erfolgte laut der Sprecherin bereits im Jahr 2006. Zum Schutz der Familie sei dies nicht bekanntgegeben und anderslautende Berichte auch nicht dementiert worden. Persönliche Auskünfte, auch über ihren Wohnsitz, lehne die Familie grundsätzlich ab. Wie das „Manager Magazins“ sind die vier Eigentümer und deren Angehörige nach Österreich, Italien und in die Schweiz gezogen.

Die Reimanns zählen mit einem Vermögen von rund zehn Milliarden Euro zu den reichsten Deutschen. Der Umzug der Familiengesellschafter hängt dem Bericht zufolge zusammen mit der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Sie wäre in Deutschland angefallen, weil die vier Gesellschafter Mitte des Jahrzehnts einen Teil ihres Besitzes auf ihre insgesamt zehn Kinder übertrugen.

Die Familie hatte zuletzt mit einem gescheiterten Übernahmeversuch des US-Kosmetikkonzerns Avon für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Familie will nun Coty an die Börse bringen und mit dem Erlös weitere Unternehmen im Konsumgütersektor und der Schönheitsbranche kaufen.

Ihr Vermögen machte sie mit dem Konsumgüterkonzern Reckitt-Benckiser, dessen Vorläufer im 19. Jahrhundert in Ludwigshafen gegründet worden war und der unter anderem das Gesichtswasser Clearasil und Kukident-Haftcreme für dritte Zähne herstellt. In der Rhein-Neckar-Region sind Angehörige des Clans bis heute in Stiftungen präsent.

Die Geschäfte der Öffentlichkeitsscheuen Familie laufen in der Holding Joh. A. Benckiser mit Sitz in Wien zusammen. Zudem sei vergangenen November eine Finanzholding mit Sitz in Luxemburg gegründet worden, sagte die Sprecherin. Als nächstes will die Familie ihre Parfümfirma Coty an die Börse bringen.

  • afp
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8 Kommentare zu "Coty-Inhaber: Millliardärsfamilie Reimann zog wegen Steuern ins Ausland"

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  • @ Ulli
    Alles ganz vernünftig. Aber jede Partei will doch Ihre Clientel bedienen, deshalb blickt doch keiner mehr bei unseren Steuergesetzen durch. Und Neid ist ein guter Wahlhelfer.
    Redjul

  • @ Uli! Sie verwechseln Ursache und Wirkung !
    Den Anfang hat ein wildgewordener Administratorenapparat zu machen, denn die Steuerflucht ist die FOLGE, WEIL eine inakzeptable Abgabenpolitik hier herrscht.
    Wenn in D ein einheitlicher Steuersatz von 20 % existieren WÜRDE, dann können Sie mal sehen, wie schnell "die Reichen" wieder hier wären, denn dann wäre das hier das Paradies für diese. Nur der Schwarzarbeiter, der würde nichts einsehen und weiter schwarz arbeiten.

  • Sowohl CH als auxh A verhandeln auf der Ebene von Staatssekretären mit superreichen Menschen aus D, den in CH oder A zu bezahlenden Steuersatz, gemäß der Devise, uns sind 8 % von etwas das uns gar nicht zusteht doch lieber als 0%.
    Daß dabei dem deutschen Fiskus dann theoretische 42 oder mehr % Steuereinnahmen entgehen ist diesen Ländern natürlich egal. Steuern zahlen in D vor allem die Menschen die zwischen 50.000.- und 250.000.- p.a. verdienen. Die können keine Steuerschlupflöcher ausnutzen, für die machen sich kreative Steuerberater nicht krumm, die können auch nichts "absetzen".
    Fakt ist, wenn in D jeder das an Steuern bezahlen würde was er müßte, und wenn wir diese ganze "Abschreiberei, Sondertatbestände und auch das Kilometergeld, das Dienstwagenprivileg, etc." abschaffen würden, dann könnten wir einen einheitlichen Steuersatz von 20 % einführen, und der Staat ( also wir alle und auch unsere Transferleistungsempfänger ) hätten definitiv mehr davon, als bei nicht gezahlten 42% oder 48 % Steuer.
    Es wäre ganz einfach: Steuerfreibetrag von 8.000.- Euro pro Person ( also auch pro Kind ) p.a. alles was darüber hinausgeht wird einheitlich mit 20 % versteuern ( das ist gerecht und gibt den Menschen die Handlungsfreiheit zurück ). Dann kann sich endlich jedermann selbst überlegen, ob er glaubt einen 7 er BMW als Dienstwagen zu brauchen oder ob es ein 5 er oder 3 er nicht auch tut, denn der Staat beteiligt sich an diesem Aufrüstungswahnsinn nicht mehr.
    Chefarzt hat 350.000.- Euro und der zahlt 68.200.- und Krankenschwester hat 35.000.- Euro p.a. und zahlt 5.200.-
    Und das soll dann ungerecht sein?

    Gebt dem Staat doch was dieser für seine ( also unsere ) Belange benötigt und gebt den Superreichen keine Chance mit 0 davonzukommen und schon wäre alles viel besser.

    Ciao Uli

  • Auch wenn wir alle "Petra" zustimmen, wird sich doch nichts ändern. In den deutschen Parlamenten haben Beamte, der öffentliche Dienst und Gewerkschaftler immer die absolute Mehrheit.

    Und anbetracht der chronischen Verschuldungsquote von 82% des BIP, u. a. verursacht durch Pensionsverpflichtungen und Steuergeldverschwendung, wird der Staat weiter hinter den effektiven Steuerzahlern her sein, die leider durch die Demografie immer seltener werden. Wer soll später mal das Heer der Pensionisten durchfüttern? Schöne Grüsse aus dem Exil.

  • Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, stimmt!!! Und alle die jetzt anfangen auf die bösen Reichen zu schimpfen; warum wird wohl soviel Schwarzarbeit vom "kleinen Mann" betrieben? Aus demsleben Grund, weil der liebe Fiskus zuviel will!!!

  • 100% Zustimmung!

  • Bei der grenzenlosen Gier des Deutschen Finanzamtes kann man es verstehen, wenn die Superreichen Deutschland verlassen.
    Würden unser Staat genausoviel Energie zum Aufspüren und Bestrafen von SteuerVERSCHWENDERN wie bei SteuerHINTERZIEHERN aufwenden, könnten wir unsere Steuern drastisch (!) senken, da der Schaden durch Steuerverschwender deutlich höher ist als von Steuerhinterziehern!

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