Crashkurs für Manager
Wir haben doch keine Zeit

Die Literatur über Management füllt Bibliotheken. Nur: Wer hat die Zeit, sich durch dicke Fachbücher zu arbeiten? Ein Buch verspricht die wichtigsten Theorien im Überblick. Eine liegt den Autoren besonders am Herzen.
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Was macht einen guten Manager aus? Wie löst er Probleme? Wie führt er Menschen, wie motiviert er sie und wie zeigt er Autorität und Macht? Es gibt Hunderte Theorien, die diese und andere Fragen beantworten. Aber wer hat schon die Zeit, sich durch dicke Fachbücher zu quälen. Effizient wäre das wahrscheinlich nicht – und auch Effizienz macht eine gute Führungskraft aus. Die beiden Management-Experten James McGrath und Bob Bates habe in ihrem neuesten Buch die wichtigsten Erkenntnisse aus der Forschung auf den Punkt gebracht.

„Der 5-Minuten-Manager“ bietet laut Klappentext Zugang zu den besten Theorien und Modellen, die jede Führungskraft kennen und einsetzen können muss, und das eben in nur wenigen Minuten. Das mag etwas dick aufgetragen sein, aber der Überblick, den dieses Buch über bekannte Theorien gibt, ist wirklich beeindruckend. Immerhin 89 Management-Theorien stellen die Autoren auf gut 360 Seiten vor – darunter die drei Typen der Herrschaft von Max Weber, Machiavellis Survival-Anleitung und das Eisenhower-Prinzip.

Den eigenen Führungsstil untermauern

Das Buch funktioniert nach einem einfachen Konzept. Es ist in zehn große Management-Themen gegliedert, etwa „Wie man Mitarbeiter motiviert“ oder „Den Wandel managen“. Jedes Kapitel beginnt mit einer Einführung, erst dann folgen die eigentlichen Theorien. Am Anfang jeder Theorie steht ein Kasten, in dem der Leser erfährt, wann und wo er die Theorie womöglich verwenden kann. Auch wenn die Autoren diese Kurzbeschreibung nur als „Anhaltspunkte“ verstehen wissen wollen – es gibt immer auch noch andere Verwendungszwecke – , hilft das vor allen denjenigen, die nach einer Lösung für ein bestimmtes Problem suchen.

Ein Beispiel aus dem Kapitel „Wie man Menschen führt“: Das Verhaltensgitter von Blake und Mouton (im Original „Managerial Grid“ oder „Leadership Grid“ genannt) wird wie folgt beschrieben: „Nutzen Sie diese Theorie, um Ihren bevorzugten Führungsstil zu untermauern, erkennen Sie aber auch an, dass Sie Ihren Stil anpassen können, wenn es die Umstände verlangen.“

Das Verhaltensgitter zeigt, wie sehr ein Manager aufgabenorientiert arbeitet, also seine Aufgaben erledigt, und wie stark er sich dabei um seine Mitarbeiter kümmert, also personenorientiert handelt. Es beruht auf Forschungsergebnissen der Ohio State University und wurde 1964 im Rahmen eines Führungstrainings für Exxon Mobil von Robert R. Blake und Jane Mouton entwickelt. Aus dem Verhaltensgitter ergeben sich fünf Führungsstile. Es folgen praktische Hinweise, worauf Leser, die sich im einen oder anderen Stil wiedererkennen – ein Onlinefragebogen hilft dabei – , achten sollten und wie sie ihren Führungsstil verbessern können. Abgerundet wird das Kapitel durch einige Fragen, die sich der Leser stellen soll. Beispielsweise, ob sein Führungsstil zu dem Stil passt, der im Unternehmen am beliebtesten ist, oder ob er damit kollidiert.

Jede Theorie wird auf drei Seiten samt Ratschlägen kurz dargestellt und lässt sich damit locker in fünf Minuten lesen und verstehen. Natürlich liegt es in der Natur der Sache, dass sich die einzelnen Theorien überschneiden, ergänzen und miteinander zusammenhängen. Nützliche Verweise vereinfachen das Hin- und Herspringen.

Seite 1:

Wir haben doch keine Zeit

Seite 2:

Die beste aller Theorien

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