Credit-Suisse-Banker
Deka holt sich Michael Rüdiger als neuen Chef

Der neue Sparkassen-Präsident Fahrenschon setzt eine Duftmarke. Er holt überraschend den Credit Suisse-Manager Michael Rüdiger an die Spitze der DekaBank. Für manche hat die Entscheidung einen faden Beigeschmack.
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FrankfurtGroße Überraschung bei der Deka: Der langgediente Credit-Suisse-Banker Michael Rüdiger wird neuer Chef des Sparkassen-Fondsdienstleisters. Der 48-Jährige, der bei der Schweizer Großbank derzeit das Zentraleuropa-Geschäft leitet, habe umfangreiche Erfahrungen im Bankgeschäft gesammelt und sei ein guter Kommunikator, betonte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon am Dienstag. Fahrenschon setzt mit der Berufung von Rüdiger, den zuvor niemand als neuen Deka-Chef aus dem Zettel hatte, eine erste Duftmarke als Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). „Fahrenschon wollte einen Neuanfang und jemanden berufen, der unverbraucht ist“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Auf Frankfurter Fluren und in mancher Sparkasse raunt man sich zu, ohne es offen zitiert sehen zu wollen: „Ausgerechnet von der Credit Suisse?“ Schließlich schlägt sich die Schweizer Bank mit dem Vorwurf rum, vermögenden Deutschen bei der Steuerflucht geholfen zu haben. Informationen dazu hatte das nordrhein-westfälische Finanzministerium zusammen getragen. So waren unter anderem umstrittene Versicherungsmäntel angeboten worden, die dazu eingesetzt werden konnten, Geld anzulegen und dabei einer Besteuerung zu entkommen. Dieser noch nicht endgültig geklärte Skandal könnte jetzt auf die DekaBank und damit die Sparkassen abfärben, so die Befürchtungen mancher Führungskraft im öffentlich-rechtlichen Bankenlager.

Dass ein Top-Manager einer Privatbank in den öffentlich-rechtlichen Sektor wechselt, ist tatsächlich ein sehr ungewöhnlicher Vorgang und unterstreicht die schwierige Lage vieler Großbanken. „Mit Michael Rüdiger haben wir einen in allen Teilen des Bankgeschäfts, vor allem in der Steuerung und dem Asset-Management sehr erfahrenen Fachmann als Vorstandsvorsitzenden der DekaBank gewinnen können“, frohlockte Fahrenschon, der auch den Verwaltungsrat der Deka leitet. Rüdiger soll den Posten beim Frankfurter Institut schnellstmöglich antreten - ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Im Sparkassen-Lager wird zur Beruhigung der Gemüter aber auch darauf verwiesen, dass Rüdiger seine Berufsausbildung bei einer Raiffeisenbank absolviert habe und bisher nicht als passionierter Investmentbanker aufgefallen sei. Ex-Deka-Chef Franz Waas, der Anfang April nach einem Streit über Boni in Millionen-Höhe vor die Tür gesetzt wurde, hatte nach dem Geschmack vieler Sparkassen-Funktionäre ein zu großes Faible fürs Investmentbanking. Die Sparkassen sind seit vergangenem Jahr alleiniger Eigentümer der Deka.

Rüdiger ist bei Credit Suisse auch für das Investmentbanking zuständig, kommt jedoch aus der Vermögensverwaltung. In seiner derzeitigen Position hat er auch zahlreiche repräsentative Aufgaben. Im Umfeld von Credit Suisse wird Rüdigers Abgang bedauert. „Das ist ein guter Mann. Es ist aber verständlich, dass er sich weiterentwickeln will“, sagte ein Insider.

Oliver Behrens, der die Deka seit dem Rauswurf von Waas Anfang April kommissarisch leitet, übernimmt die neu geschaffene Position als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Behrens hatte neben DZ-Bank-Vorstand Lars Hille und dem ehemalige BayernLB -Vorstand Stefan Ermisch als potenzieller Kandidat für den Deka-Chef-Posten gegolten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Credit-Suisse-Banker: Deka holt sich Michael Rüdiger als neuen Chef"

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  • Investmentbanking ist gut für Investmentbanker.

  • Na dann viel Spass :D

  • Deka genauso wie UnionInvestment DWS oder AllianzGlobalInvestors sind alle dem Untergang geweiht. Aktives Fondsmanagement ist das Geld nicht wert, dass sie verdienen. Studien zufolge haben Anleger um 1,5 Prozent pro Jahr höhere Verluste bzw. geringeren Gewinn gegenüber Indexfonds (ETFs). Aktives Fondsmanagement ist nicht in der Lage dauerhaft eine Outperformance gegenüber einem Index zu erzielen. Das Gegenteil ist der Fall. Anleger zahlen mit hohen Gebühren auch für Fehlentscheidungen. Die gewaltigen Gebühren werden durch einen Vergleichsrechner transparent: http://www.fonds-etf.de/Vergleichsrechner_ETF-Fonds_zu_aktiven_Fonds?Zp=99

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