Credit Suisse zahlt 100 Millionen Dollar
Warmer Geldsegen für Star-Banker Quattrone

Nach der juristischen Entlastung winkt Frank Quattrone ein warmer Geldregen. Sein ehemaliger Arbeitgeber Credit Suisse Group dürfte Quattrone über 100 Mill. Dollar (rund 78 Mill. Euro) zahlen, verlautete aus informierten Kreisen. Vorwürfe wegen Justizbehinderung gegen den früheren Star-Investmentbanker des Hauses wurden in dieser Woche fallen gelassen.

Bloomberg NEW YORK. In dem dreijährigen Rechtsstreit zahlte die zweitgrößte schweizerische Bank bereits die Kosten für die Anwälte. Quattrone werde zwischen 100 Mill. und 120 Mill. Dollar als nachträgliche Entschädigung erhalten – unter der Voraussetzung, dass er ein Jahr lang nicht gegen Gesetze verstößt, heißt es. „Wenn er so viel Geld verdient hat, kann ich mir vorstellen, dass Credit Suisse noch viel mehr verdient hat“, sagt Henry Higdon, dessen Personalberatung auf Finanzdienstleister spezialisiert ist. „Für eine Gesellschaft wie Credit Suisse ist der Blamagefaktor größer als die finanziellen Folgen.“

Credit Suisse hatte sich im Januar 2002 zur Zahlung von 100 Mill. Dollar im Rahmen eines Vergleichs mit den Aufsichtsbehörden verpflichtet. Der Vorwurf lautete, bei besonders gefragten IPOs seien Aktien nicht korrekt zugeteilt worden. Quattrone wurde dann von der Bank freigestellt, schließlich kündigte er im März 2002.

Als weltweiter Leiter des Bereiches Technology Banking hat der heute 50-jährige Quattrone bei Credit Suisse von 1998 bis 2002 mehr Börsengänge begleitet als viele andere Investmentbanker. Darunter waren gefragte Aktienplatzierungen wie Amazon und Cisco Systems. Zwischen August 1998 und Ende 2001 verdiente Quattrone mehr als 200 Mill. Dollar, zeigen Aufstellungen der Staatsanwaltschaft.

„Wenn das Geld etwas ist, das ihm zustünde, wenn es die Ermittlungen der SEC und die Vorwürfe gegen ihn nicht gegeben hätte, und diese Probleme nun gelöst sind, dann steht ihm das Geld zu“, erklärt der frühere Staatsanwalt John Fahy, der heute als Anwalt in Rutherford in New Jersey niedergelassen ist.

Quattrone hat angekündigt, seine berufliche Karriere fortsetzen zu wollen. Er war 17 Jahre lang bei Morgan Stanley tätig, wo er 1990 Leiter Investment-Banking Technologie wurde. Er wechselte 1996 zur Deutschen Bank und zog 1998 weiter zu Credit Suisse.

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