„Cum-Ex-Deals“
Maschmeyer will fast 30 Millionen Euro von Sarasin

Zahlreiche Unternehmer wie AWD-Gründer Maschmeyer hatten über die Schweizer Privatbank Sarasin in Fonds investiert, die sich die Kapitalertragsteuer mehrfach erstatten ließen. Jetzt werden neue Details bekannt.
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Hamburg/ZürichAWD-Gründer Carsten Maschmeyer soll von der Schweizer Privatbank Sarasin 27 Millionen Euro zurückfordern. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ in einer Vorabmeldung. Die Bank hatte bei prominenten und wohlhabenden Anlegern hohe Millionenbeträge für einen Fonds eingesammelt. Der Fonds steht in dem Verdacht, von der mehrfachen Abrechnung der Kapitalertragssteuer bei Aktiengeschäften rund um den Dividendenstichtag profitiert zu haben – sogenannte „Cum-Ex-Deals“.

Maschmeyer hatte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Veronica Ferres und dem befreundeten Fußballtrainer Mirko Slomka insgesamt 40 Millionen Euro in Fonds des Anbieters Sheridan investiert, die ihm Sarasin vermittelt hatte. Da die Finanzämter die Steuerrückzahlung verweigern, erlitt Maschmeyer einen Verlust von 19 Millionen Euro. Das hatte das Handelsblatt bereits im April berichtet.

Im Streit um die Verluste hatte sich Maschmeyer mit anderen Bank-Kunden verbündet. „Die Anwälte der Geschädigten arbeiten jetzt in dem Fall zusammen und tauschen Dokumente aus“, sagte Maschmeyer dem Handelsblatt im April. Es ginge um ein Anlagevolumen von rund 300 Millionen Euro verteilt auf rund 50 Kunden. Der AWD-Gründer bestreitet, die Fondskonstruktion gekannt zu haben. Diese Details seien ihm vorenthalten worden.

Auf der Liste der Anleger sollen laut „Bilanz“ auch die Immobilienunternehmer-Familie Hurler sowie die Paderborner Lebensmitteldynastie Stute stehen. Auch der Drogeriekönig Erwin Müller klagt gegen Sarasin. Laut dem Bericht soll er 50 Millionen Euro Schadenersatz fordern.

Inzwischen ermittelt die Züricher Staatsanwaltschaft wegen Bruch des Bankgeheimnisses, da Müllers Beweisführung auch auf internen Bankunterlagen beruht.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

Kommentare zu " „Cum-Ex-Deals“: Maschmeyer will fast 30 Millionen Euro von Sarasin"

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  • Herr Maschmeyer ist unserem Gemeinwesen sehr verpflichtet. Erst beteiligt er sich an cum-ex-Geschäften um eine Gesetzeslücke zur mehrfachen Auszahlung der Kapitalertragsteuer zu nutzen.

    Schön, daß seine Geringschätzung unseres Gemeinswesen nicht soweit geht, daß er auch das Vertrauen in die durch Steuergelder finanzierte Rechtspflege völlig verloren hat.

  • Woher hat er sie denn nur, diese Millionen?
    Vielleicht sollten alle von ihm abgezockten (Kunden und Vermittler) gegen ihn klagen?

  • Wie weit muss die Gier denn bitte noch gehen ???
    Wann ist diese Clique denn einmal zufrieden.
    Der Strukturvertrieb und das Multilevel Marketing nach Schneeballprinzip war doch selbst nicht mehr nur im Graubereich eines StgB angekommen. Herr Maschmeyer bezahlt diesen betrag doch aus seiner Portokasse.
    Das ist im Sinne eines Baulöwen Schneider doch nur Peanuts.
    Nun nicht für das Volk andem der AWD gütlich wie ein Vampir ähnliches Wesen gesaugt hat.

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