DAB-Bank
Uslar navigiert DAB-Bank durch die Krise

Alexander von Uslar ist ein ruhiger, umgänglicher Chef. Und das Geschäftsmodell seiner DAB-Bank ist so schlicht wie das Büro ihres Vorstands. Die Direktbank beschränkt sich auf das Online-Geschäft. Damit kommt das Institut glimpflich durch die Krise.

HB MÜNCHEN. Der Vorort Laim, das ist nicht gerade die nobelste Adresse in der Münchener Finanzwelt. Doch an schönen Tagen kann DAB-Bank-Vorstand Alexander von Uslar von seinem Büro im sogenannten „Laimer Würfel“ aus die Voralpenkette sehen, von der Zugspitze bis zum Wendelstein. Derzeit ist es kein Nachteil, etwas Abstand zu halten von den Turbulenzen der Finanzkrise. Bisher ist die Direktbank recht glimpflich durch die Krise gekommen. „Uns geht es vergleichsweise gut“, sagt von Uslar. Der durch Abschreibungen verursachte Verlust im dritten Quartal soll ein einmaliger Ausrutscher bleiben.

Für die Direktbanken ist die Lage natürlich auch einfacher. Hohen Einlagen steht ein geringes Kreditgeschäft gegenüber. „Wir können vor Liqidität kaum aus den Augen schauen“, sagt von Uslar. „Die Frage ist eher, wohin damit.“ Von solchen Problemen träumen derzeit so manche.

Schlicht ist von Uslars Büro eingerichtet. Schließlich ist er ein Bank-Mananger der eher unprätentiösen Art, freundlich-bestimmt auch im internen Umgang, ist im Haus zu hören. Sein Büro jedenfalls dominiert eine eher zweckorientierte Schrankwand, der Computer ist am Stehpult untergebracht. Ähnlich schlicht-konsequent ist auch das Geschäftsmodell der DAB Bank geblieben. Während sich der Konkurrent Comdirect stärker in Richtung einer Vollbank entwickelt, sieht sich die DAB Bank weiterhin als astreiner Online-Broker.

Als solches ist das Unternehmen stärker vom Auf und Ab an den Börsen abhängig. Als das Unternehmen 1999 auf das Parkett ging, war der Jurist von Uslar bereits als Berater dabei. Ein Jahr später wechselte von Uslar dann zu der Direktbank, schon ein Jahr später war er gleichberechtigtes Mitglied im Vorstand. Da erlebte er den Crash der New Economy und den darauffolgenden Börsenboom mit. Dabei zeigt sich, dass die Gleichung nicht immer aufgeht, dass es den Direktbanken nur in Zeiten gut geht, in denen es mit der Börse bergauf geht. In diesem Oktober habe die DAB Bank so viele Transaktionen verzeichnet wie noch nie in einem Monat, sagt von Uslar. Die breite Masse der Anleger sei zwar noch zurückhaltend, die aktiven Trader aber kehrten ab Mitte September verstärkt in den Markt zurück. Die Transaktionsgrößen sind allerdings rückläufig.

Im dritten Quartal hatte die Erfolgsbilanz der DAB Bank einen schweren Schlag bekommen. Wertberichtigungen von 28 Mio. Euro führten zu einem hohen Quartalsverlust. Die neuen Bilanzierungsmöglichkeiten habe man nicht genutzt, sondern eine strenge Mark-to-Market-Bewertung vorgenommen, betont von Uslar. Das Risiko weiterer Abschreibungen sei nun aber sehr begrenzt. „Im vierten Quartal wollen wir wieder zu alten Tugenden zurückkehren.“ So konnte von Uslar denn auch kürzlich entspannt mit seinen drei Kindern und ihren Freunden 36 Kilo Stollen backen.

Allein: Eine Prognose für 2009 wagt auch von Uslar nicht. „Wir gehen mit verhaltenem Optimismus ins neue Jahr. Wir erwarten nicht noch einmal solche Verwerfungen wie 2008.“ Ein abwechslungsreiches Jahr dürfte es für von Uslar also einmal mehr werden.

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