Dagmar Kollmann führt Morgan Stanley: Starke Frauen – die neue Macht im Finanzgewerbe

Dagmar Kollmann führt Morgan Stanley
Starke Frauen – die neue Macht im Finanzgewerbe

Dagmar Kollmann hat Grund zur Freude. Als neue Deutschlandchefin von Morgan Stanley profitiert sie zurzeit vom Boom im Investment-Banking, durch den das Institut 2006 einen "ausgezeichneten Start" hinlegte.

FRANKFURT. Erfolg zieht im Finanzgewerbe. In keiner Branche gibt es so viele Vorzeigeehepaare wie hier. Jüngstes Karriere-Kraftpaket ist die Familie Kollmann. Dagmar Kollmann (41) hat es an die Spitze der US-Investmentbank Morgan Stanley in Deutschland geschafft. Sie führt eine der Banken, die in der Top-Liga der Investmentbanken vorne mitspielen. Dabei steht die Mutter von drei Kindern in harter Konkurrenz zu ihrem eigenen Mann, Peter Kollmann (43). Er ist einer der beiden Chefs im Investment-Banking von Merrill Lynch in Deutschland und hat das Institut nach einem Durchhänger in den vergangenen Monaten stark voran gebracht.

Für das frisch gebackene Karriere-Duo gibt es Vorbilder, in denen es starken Frauen erfolgreicher Männern gelungen ist, auch mit Kindern beruflich in die Top-Liga der deutschen Wirtschaft aufzusteigen. Dazu zählen Martin (41) und Dorothee Blessing. Der Name Martin Blessing fällt oft, wenn es um Nachwuchsbanker mit guten Perspektiven in Deutschland geht. Der Vorstand der Commerzbank möbelte den Verlustbringer Privatkundengeschäft auf und treibt jetzt das Mittelstandsgeschäft an. Der Vater von drei Kindern ist mit Dorothee Blessing verheiratet, die seit Mitte 2005 als Partnerin im Frankfurter Büro der Investmentbank Goldman Sachs unter Alexander Dibelius die Fäden zieht. Nur kurz unterbrochen von einem Gastspiel bei der Deutschen Bank, arbeitet die 37-Jährige seit 1991 bei der Bank.

Die dritte Erfolgskombination mit drei Kindern sind Ann-Kristin Achleitner (39) und der Allianz-Vorstand Paul Achleitner (49). Der Hochschulprofessorin an der Technischen Universität München eilt auf ihrem Studiengebiet Private-Equity ein guter Ruf voraus. Und Paul Achleitner gilt als Finanzvorstand des Versicherungsriesen Allianz als einer der wichtigsten Männer der Republik.

Bis die Österreicherin Kollmann so weit ist, dauert es noch. Zwar arbeitet Frau Kollmann seit zwölf Jahren bei Morgan Stanley und ist damit gut vernetzt. Trotzdem wird die neue Aufgabe eine Herausforderung, wie es in der Finanzbranche heißt. Sie kann jedoch auf die Hilfe von ihrem Mentor Lutz Raettig setzen. Der ehemalige Deutschlandchef und heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Bank ist in den heimischen Verbänden und der Industrie so gut verdrahtet wie nur wenige Banker.

Bisher leitete Vorstandsmitglied Kollmann den deutschen Aktienhandel, brachte ihn über die Jahre mit an die Spitze in Deutschland. Sie sitzt im Börsenrat der Terminbörse Eurex. Im Beziehungsbanking bei Siemens, Deutsche Telekom & Co profitiert sie von ihren Kontakten mit Vorständen aus den Tagen des Aktienhandels. Sie war bei großen Deals wie dem Börsengang der Postbank dabei und zieht mit über 300 Mitarbeitern Vorteil aus dem Boom im Investment-Banking, wo eine Übernahme die nächste in Deutschland jagt.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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