Das bleibt 2013
„Wir müssen das Vertrauen wieder herstellen“

Bei der Deutschen Bank kämpft Co-Chef Anshu Jain um Ruhm und Ehre, Nokia könnte ein Comeback gelingen und bei Thyssen-Krupp bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Diese Unternehmen werden 2013 für Schlagzeilen sorgen.
  • 7

DüsseldorfDie Handelsblatt-Online-Redaktion hat eine subjektive Auswahl getroffen, welche Firmen 2013 reichlich Schlagzeilen liefern dürften.

Gewinnt die Deutsche Bank Vertrauen zurück?

„Die größte Herausforderung ist, den Vertrag mit der Gesellschaft zu erneuern“, sagte Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank, kurz vor dem Jahreswechsel dem Handelsblatt. „Wir müssen das Vertrauen in uns wiederherstellen.“ Damit wird Deutschlands größte Bank in diesem Jahr tatsächlich alle Hände voll zu tun haben. Denn sie schleppt etliche Päckchen mit ins neue Jahr.

So hat die Bank den Prozess gegen die Erben des Kirch'schen Medienimperiums im Dezember verloren, in diesem Jahr werden Gutachter den zu zahlenden Schadenersatz festlegen. Es könnte eine Milliardensumme werden. In gleicher Größenordnung liegt eventuell auch die Summe, die von dem Institut in der Libor-Affäre zu begleichen sein wird.

Infografik

Das Libor -System

Wie die Händler den Zinsensatz manipuliert haben sollen
( mit der Maus über die Grafik fahren)

Libor-System
Externe Broker-Firmen

Auch externe Broker Firmen lieferten dem Banken-Panel Informationen.
Laut UBS hat Hayes auch mit Mitarbeitern dieser Firmen zusammen gearbeitet.

Thomas Hayes

  • 2006-2009 bei der UBS
  • 2009-2010 bei der Citigroup

Banken

Die UBS hat den Regulierungsbehörden mitgeteilt, dass Hayes eng mit Händlern mehrerer Banken zusammengearbeitet hat, um den Libor zu beeinflussen.

Dollar-Libor-Panel

Der Dollar-Libor wird von einem Panel von 16 Banken ermittelt. Händler von 6 dieser Banken sollen bei den Libor-Manipulationen mitgewirkt haben.


Die Schweizer Großbank UBS hatte für illegale Zinsmanipulationen des wichtigen Referenzsatzes auf Zahlungen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro mit US-, britischen und Schweizer Behörden verständigt. Bei anderen Instituten war es ein dreistelliger Millionenbetrag, für die Deutsche Bank steht der Zahltag noch bevor.

Im Investment-Banking baut das Geldhaus Stellen ab, die Postbank wird ebenso wie die ehemalige Privatbank Sal. Oppenheim enger mit der Mutter in Frankfurt verzahnt, denn Sparen ist das Schlagwort des Jahres 2013. Und an der Reputationsfront gibt es einiges zu tun, nicht erst seitdem bei einer großen Razzia Dutzende Polizisten die Konzernzentrale wegen vermutetem Umsatzsteuerbetrug durchkämmten. Und schließlich plagt sich das Institut noch mit Beschuldigungen herum, in der Finanzkrise bestimmte Derivate zu positiv bewertet zu haben – mit dem schönen Nebeneffekt, dadurch nicht Staatshilfe nötig gehabt zu haben.

Commerzbank hofft auf Stabilität durch überarbeitete Strategie

Ein Versprechen hat Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing gegeben. Die Zahl der Filialen des Hauses soll nicht weiter sinken, als es nach der Fusion mit der Dresdner Bank sowieso geplant war. Dass weitere Kürzungen für möglich gehalten werden, hängt damit zusammen, dass die ursprünglichen Ziele der „Roadmap 2012“ bei weitem verfehlt wurden. Die Bank befindet sich daher weiterhin im Dauerumbau. Bei den Filialen soll sich das dadurch bemerkbar gemacht werden, dass sich die Standorte künftig unterscheiden: Nicht jede Filiale wird alle Dienstleistungen anbieten.

Für den Staat als größten Einzelaktionär heißt es derweil, weiter Geduld zu haben. Denn die Commerzbank plant nicht, alsbald die Staatshilfen zurückzuzahlen. Dafür ist einfach nicht genug Geld da – immerhin sollen aber fällige Zinsen beglichen werden. Die Aktionäre gehen 2013 aber ein weiteres Mal leer aus.

Viel Hoffnung setzt Blessing in die Neuordnung des Privatkundengeschäfts.Doch in diesem Jahr soll zunächst ein Verlust in Kauf genommen werden. Von Juli bis September hatte es einen Überschuss von 41 Millionen Euro gegeben. Bis 2016 soll ein Jahresüberschuss von 500 Millionen Euro drin sein. Der Grundstein muss dafür in diesem Jahr gelegt werden.

Kommentare zu " Das bleibt 2013: „Wir müssen das Vertrauen wieder herstellen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • warum sollen die Bürger Vertrauen geben, wenn es 36 geheime Systemrelevante Banken gibt, wo die LB´s garantiert dazugehören?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Jain, Fitschen und vor allem Ackermann vor Gericht und dann statt Victory-Gestik mehrjährige Angst vor dem Bücken beim Duschen. Das würde man mal unter vertrauensbildenden Maßnahmen zur Aufarbeitung der Bankenverbrechen allein in Deutschland verstehen können.
    Der Artikel ist übrigens mal wieder ein übliches sinnleeres Apellieren an das von der CDU/FDP finanzneopolitisch unerwünschte Aufarbeiten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%