Das Gericht will noch in diesem Monat eine Zwischenbilanz ziehen – Spekulationen um vorzeitige Einigung: Ackermann-Verteidigung macht Tempo

Das Gericht will noch in diesem Monat eine Zwischenbilanz ziehen – Spekulationen um vorzeitige Einigung
Ackermann-Verteidigung macht Tempo

Im Düsseldorfer Mannesmann-Prozess versuchen die Anwälte von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, das Verfahren zu beschleunigen.

brs/ke/tag DÜSSELDORF. Die Verteidiger Klaus Volk und Eberhard Kempf beantragten am Mittwoch, per Rechtsgutachten klären zu lassen, ob die Anerkennungsprämien für den ehemaligen Mannesmann-Chef Klaus Esser und weitere Manager des Konzerns grundsätzlich zulässig waren. In einem zweiten Schritt solle auch die Frage erörtert werden, ob die Höhe der Millionenzahlungen angemessen war.

Die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer hat über den Beweisantrag noch nicht entschieden. In einer Verhandlungspause sagte Kempf: "Uns geht es nun darum, endlich zu den für den Prozess wesentlichen Punkten vorzudringen." Der Anwalt hatte die Kammer zuvor darum gebeten, möglichst rasch über den Antrag zu befinden "und nicht erst zum Ende einer langen Hauptverhandlung". Vor Beginn des Prozesses hatte die Kammer aber bereits einen ähnlichen Antrag der Anwälte abgelehnt. Daraufhin war ein von der Deutschen Bank in Auftrag gegebenes und für Ackermann positives Gutachten des Bochumer Aktienrechtlers Uwe Hüffer in einer Fachzeitschrift erschienen.

In dem Verfahren geht es um Prämien und Pensionsabfindungen in Höhe von insgesamt 111 Mill. D-Mark. Mannesmann hatte das Geld nach der verlorenen Übernahmeschlacht gegen den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone an noch aktive Topmanager und frühere Vorstandsmitglieder gezahlt. Angeklagt sind neben Ackermann unter anderem der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel, Betriebsratschef Jürgen Ladberg und der Vorsitzende des Aufsichtsrats und frühere Mannesmann-Vorstandschef Joachim Funk. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Untreue im besonders schweren Fall vor. Esser ist wegen Beihilfe angeklagt.

Ackermann-Anwalt Volk verband den Antrag auf Erstellung eines Gutachtens mit der Bitte um ein "Rechtsgespräch" zwischen den Prozessbeteiligten. In einem solchen Gespräch werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit die bis dahin vorgetragenen Beweise besprochen (siehe Text oben rechts). Richterin Koppenhöfer entgegnete, die Kammer sei dazu bereit, wolle aber noch bis zur Vernehmung des Zeugen Gent warten. Der ehemalige Vodafone-Chef Chris Gent soll am 25. März gehört werden.

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