Das Prinzip "Grüne Banane"
Controller schuld an Qualitätsmisere

Wenn Unternehmen Kostenkillern das Sagen überlassen, sägen sie am Ast, auf dem sie sitzen: Qualitätsmängel treten auf, weil die Produkte weniger umfangreich getestet, weil sie schneller auf den Markt gebracht werden.

Es war eine dieser Meldungen, die den Controllern eines jeden Unternehmens die Tränen in die Augen treibt, weil sie die Bilanzen verhagelt: Mehr als 400 der von Siemens hergestellten Combino-Züge weisen gefährliche Risse auf. Bei einer Vollbremsung oder Kollision droht den Fahrgästen das Dach auf den Kopf zu fallen. 300 Millionen Euro musste die Verkehrstechniksparte Transportation Systems (TS) inzwischen für die Beseitigung der Schäden bei bereits verkauften Zügen bereitstellen. Wie teuer für Siemens die Combino-Pleite insgesamt wird, ist noch nicht abzuschätzen.

Weniger kosten- und gefahrenträchtig, dafür ebenso peinlich: die jüngste Software-Panne der brandneuen 65er Siemens-Handys. Wird ein Gespräch wegen leerer Akkus unterbrochen, kann die Abschaltmelodie so laut ins Ohr dudeln, dass Hörschäden möglich sind. Ein simpler Programmierfehler, doch ein kaum abschätzbarer Imageverlust auf einem hart umkämpften Handymarkt.

Combino und 65er Handy sind nicht die einzigen deutschen Entwicklungspleiten der letzten Jahre. Immer öfter steht das Label „Made in Germany“ für technische Desaster der Marke Toll Collect.

In den ADAC-Pannenstatistiken werden BMW und Audi auf unrühmlichen Plätzen genannt. Im Mai rief Daimler-Chrysler weltweit rund 680 000 E- und SL-Klasse-Wagen in die Werkstatt, nachdem der Ausfall des elektrohydraulischen Bremssystems SBC Unfälle verursacht hatte. BMW-Kunden mussten ihre nagelneuen Wagen aus der 5er-, 6er- und 7er-Reihe stehen lassen, weil die Servo-Lenkung auszufallen drohte.

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