Das Scheitern als Fiat-Auto-Chef schadet dem Audi-Sanierer nicht
Demel kehrt zu Magna zurück

Sein Engagement beim angeschlagenen italienischen Autobauer Fiat sah Herbert Demel von Anfang an als sportliche Herausforderung. „In meinem Alter kann man auch mal etwas Verrücktes machen“, kommentierte der damalige Magna-Steyr-Chef seinen Wechsel auf den Schleudersitz in Turin.

FRANKFURT/M. Nach 16 Monaten war die verrückte Zeit an der Spitze von Fiat Auto vorbei. Nun, knapp drei Monate später, nimmt Demel eine neue Herausforderung bei seinem alten Arbeitgeber an, dem kanadischen Magna-Konzern, der zu den weltgrößten Automobilzulieferern zählt.

Dort wird der 51-Jährige ab Anfang Juni die Powertrain-Gruppe führen, in der Magna die Komponenten und Systeme rund um den Antriebsstrang und die Allrad-Technik konzentriert hat. Der Bereich Powertrain erzielte im vergangenen Jahr mit rund drei Milliarden Dollar ein Siebtel des Konzernumsatzes. Die Sparte gilt als eine der Wachstumsbereiche, wobei Demel sein Hauptaugenmerk auf die Allrad-Technologie legen will.

Bei Fiat war Demel an Differenzen mit Konzernchef Sergio Marchionne über die Strategie der Automarke gescheitert und im Februar überraschend ausgeschieden. Während er die Wiederbelebung des Geschäfts über höhere Investitionen mittelfristig sicherstellen wollte, drängte Marchionne auf eine rasche Rückkehr in die Gewinnzone. Nun führt der Konzernchef auch die Autosparte und kämpft mit Absatzrückgängen.

Demel galt bereits vor seinem Wechsel zu Fiat in der Branche als Mann für schwierige Fälle, der konsequent und hart durchgreift. Darüber kann auch sein typisch Wiener Charme nicht hinwegtäuschen.

Seine Karriere verlief alles andere als stromlinienförmig. Der Sohn eines Psychiaters aus dem Burgenland startete bei Bosch. Von Schwaben wechselte der promovierte Maschinenbauer schließlich zu Audi nach Ingolstadt. Lange galt er sogar als Kronprinz des damaligen VW-Konzernchefs Ferdinand Piëch. Piëch selbst hatte ihn 1994 an die Spitze der VW-Tochter Audi gestellt, die Demel aus den roten Zahlen und zu Absatzrekorden führte.

Doch statt damit der VW-Konzernspitze näher zu rücken, wurde Demel von Piëch zu VW Brasilien geschickt. Seine Eigenmächtigkeit habe Piëch missfallen, hieß es.

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