Dashboards
Volle Kontrolle

Benannt nach dem Armaturenbrett im Auto, sammeln Dashboards Daten aus der im Unternehmen vorhandenen Software und bringen diese in übersichtlichen Grafiken auf den Bildschirm. Sie machen aktuelle Kennzahlen jederzeit einsehbar und revolutionieren so den Blick auf Unternehmen – und Mitarbeiter.

Wer die meisten Geschäftsreisen macht, hat die höchste Spesenabrechnung. Dachte Steven Miranda, als Senior Vice President beim Softwarehersteller Oracle für ein Team von weltweit mehreren hundert Mitarbeitern zuständig. Bis ihn ein Blick auf den Computerbildschirm eines Besseren belehrte. Auf der Liste der teuersten Mitarbeiter tauchten auch Namen auf, mit denen Miranda nicht gerechnet hatte. Einige Mausklicks später wusste er, warum. Die Kosten kamen durch Weiterbildungen zu Stande, die wenig mit den Anforderungen des Jobs zu tun hatten. "Das waren keine großen Einzelbeträge, in der Summe aber beträchtlich", sagt Miranda. Seitdem prüft Oracle genauer, ob ein Kurs für die Aufgaben eines Mitarbeiters wirklich relevant ist – und streicht schneller als früher den Zuschuss aus der Unternehmenskasse.

"Ohne Dashboards wäre diese Information nie ans Licht gekommen", sagt Miranda. Er zählt zu der wachsenden Schar von Anhängern der webbasierten Technologie, die die Transparenz im Unternehmen auf ein neues Niveau hebt. Auch wenn die Technologie oft noch nicht ganz ausgereift ist, können Manager mit ihr schon jetzt Zahlen in Echtzeit immer und überall abrufen.

Mit einem Mausklick erkennen sie, ob der Geschäftsmotor in einem Bereich läuft oder stottert. Vertriebserfolge werden ebenso sichtbar wie die Kundenzufriedenheit. Zeiger, die die Fortschritte eines Entwicklungsprojekts markieren, weisen auf Gelb statt Grün, wenn es Verzögerungen gibt. Manager sind dadurch besser informiert, können präziser planen, mehr agieren als reagieren. Und nicht zuletzt ihre Angestellten stärker kontrollieren.

Der Markt für Dashboards wächst schnell: Rund 50 Prozent aller Unternehmen in den USA und Europa haben nach Schätzungen von Frank Buytendijk, Vice President für Unternehmsstrategie beim Softwarehersteller Hyperion, Erfahrungen mit der Technologie gesammelt. Das Unternehmen Netsuite, das sich auf Dashboards spezialisiert hat, hat nach eigenen Angaben bereits 7500 Kunden. Auch Oracle, Business Objects, Salesforce.com, Procos Professional Controlling Systems, Microsoft und andere Softwarehersteller haben die auch als Management-Cockpits bekannten Lösungen im Programm.

Zu ihren bekennenden Fans zählen Oracle-Chef Larry Ellison, der Netsuite mitgegründet hat, Microsoft-CEO Steve Ballmer und Robert Nardelli, Chef der Baumarktkette Home Depot. Auch der Weinhersteller Amicus aus dem kalifornischen Napa Valley und das Baseball-Team Oakland Athletics orientieren sich an Geschwindigkeitsmessern und Ampelfunktionen, um auf Kurs zu bleiben.

"Wir haben wichtige Informationen jetzt in drei Sekunden statt in drei Stunden verfügbar", sagt Steven Yeffa, Finanzvorstand von Cartridge World, einer Franchise-Kette für Druckertinte. Statt monatlicher Berichte, vorgetragen in stundenlangen Sitzungen mit Powerpoint-Präsentationen, sind Geschäftsdaten ständig sichtbar; statt einer Analyse am Ende des Quartals, die rückblickend zeigen soll, was schief gelaufen ist, sehen die Verantwortlichen frühzeitig, wenn es in einem Bereich Probleme gibt, und können direkt eingreifen.

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