David M. Rubenstein
Das Gesicht des Kapitalismus

David M. Rubenstein machte Carlyle zu einer der mächtigsten Beteiligungsgesellschaften der Welt. Sehr früh hat der Manager das außergewöhnliche Potenzial von Private Equity erkannt. Doch nicht allein deshalb hat Pionier Rubenstein zweifellos einen Platz in der „Hall of Fame of Finance“ verdient.

FRANKFURT. Wer als Manager eines Private-Equity-Fonds für seine Anteilseigner über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg Renditen von durchschnittlich 26 Prozent pro Jahr erwirtschaftet, hat wohl zweifellos einen Platz in der „Hall of Fame of Finance“ verdient. Und so verwundert es nicht, wenn die Finanzbranche von „very smart guys“ spricht, wenn von David M. Rubenstein und seinen Mitarbeitern die Rede ist. Dem Gründer der Carlyle Group gönnt man einen Ehrenplatz in der Ruhmeshalle der Finanzwelt.

Cleverness kann Rubenstein allein deshalb nicht abgesprochen werden, weil er sehr früh – früher als viele andere, die sich heute in der Branche tummeln – das außergewöhnliche Potenzial von Private Equity als Finanzierungs- und Anlageform erkannt hat.

Es ist genau zwanzig Jahre her, als der 1949 in Baltimore geborene Rubenstein auf die Idee kam, eine Geschäftsidee umzusetzen, für die sich erst langsam der Fachbegriff Private Equity etablierte: Das Einsammeln von Beteiligungskapital mittels eines Fonds, das in unterbewertete und sanierungsbedürftige Unternehmen an und außerhalb der Börse investiert wird.

Rund zwei Jahre vorher hatte sich mit der Blackstone Group ein anderer Pionier dieser Branche positioniert. Nicht zuletzt dank Rubenstein und Blackstone-Chef Stephen Schwarzman ist Private Equity heute weltweit akzeptiert in der Finanzwelt. Für Rubenstein stellt Private Equity so etwas wie „das Gesicht des amerikanischen Kapitalismus“ dar. Bis dieses Gesicht allerdings in der Öffentlichkeit Anerkennung fand, mussten Rubenstein und seine Mitstreiter einen langen, steinigen Weg zurücklegen.

Erste Erfahrungen sammelte Rubenstein unter anderem auf politischer Ebene in Washington, wo der Jurist, der 1970 an der Duke University mit magna cum laude abschloss, während der Carter-Ära von 1977 bis 1981 eine Karriere im Weißen Haus bevorstand. Doch letztlich hatte es ihm nicht die Politik, sondern die freie Wirtschaft angetan.

Mit Freunden gründete er 1987 die Carlyle Group, die über die Jahre hinweg über 50 Private-Equity-Fonds auflegte, in die mehr als 1 000 Investoren aus 60 Ländern ihr Kapital gesteckt haben. „Wir haben anfangs auch Fehler gemacht“, gibt Rubenstein unumwunden zu und weist zum Beispiel auf ein Investment in einer Flug-Cateringgesellschaft hin, das man kurz vor dem Golfkrieg eingegangen sei. „Wir haben damals das gesamte Geld verloren“, sagt er. Doch solche negativen Erfahrungen seien ebenso wichtig wie erfolgreiche Transaktionen – wahrscheinlich sogar noch wichtiger.

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