David Sokol: Kronprinz im Buffett-Imperium tritt zurück

David Sokol
Kronprinz im Buffett-Imperium tritt zurück

Warren Buffett wirbt mit Transparenz. Ein undurchsichtiger Aktienkauf seines Mitarbeiters David Sokol untergräbt den guten Ruf. Dessen Rücktritt bringt ein weiteres Problem für Buffet mit sich.
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New York

US-Starinvestor Warren Buffett hat bei der Sicherung seines Imperiums eine herbe Schlappe erlitten. Der aussichtsreichste Kandidat für seine Nachfolge als Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway ist nach einem umstrittenen Aktienkauf zurückgetreten. David Sokol habe Aktien des Chemie-Konzerns Lubrizol gekauft und ihm anschließend eine Übernahme der Firma empfohlen, erklärte Buffett am Mittwochabend. Der 80-Jährige betonte, er habe Sokol nicht entlassen und dieser habe seiner Ansicht nach bei dem Aktienkauf auch nicht gegen Gesetze verstoßen.

Sokol machte durch den Aktienverkauf einen Gewinn von rund drei Millionen Euro. Buffett hatte Lubrizol im März endgültig für neun Milliarden Dollar übernommen. Bisher ist unklar, warum das Aktiengeschäft jetzt öffentlich geworden ist. Die Nachfolgefrage ist bei Berkshire besonders wichtig. Kaum ein Unternehmen ist so stark mit seinem Chef verbunden. Der heute drittreichste Mann der Welt hat die Firma von einer kleinen Versicherungsbude zu einer der größten Beteiligungsgesellschaften in den USA aufgebaut. Er selbst ist dank der zahlreichen Investmenterfolge zu einer Ikone der Finanzbranche geworden.

Für den weltweit anerkannten Investor ist der Verlust ein herber Schlag. "Warren Buffett rühmt sich für seine Transparenz und dies scheint nicht transparent gewesen zu sein", sagte ein Berkshire-Aktionär. Experten zufolge wachsen die Zweifel an der internen Kontrolle bei Berkshire. Rechtsprofessor John Coffee von der Columbia-Universität nannte die Enthüllung "peinlich".

Unklar ist, ob Sokol für sein Vorgehen beim Aktienkauf- und verkauf haftbar gemacht werden kann. Er selbst wies in einem Fernsehinterview mit CNBC jede Schuld von sich.

Sokol galt im Buffett-Imperium als Kronprinz für den Job an der Spitze des Konzerns, der 2010 knapp 13 Milliarden Dollar umsetzte. Im jährlichen Aktionärsschreiben lobte Buffett Sokol für seine Leistungen beim Tochterunternehmen NetJets, das private Flugzeuge vermietet. Bei CNBC kündigte Sokol an, ein "Mini-Berkshire" aufbauen zu wollen. Zu seiner Rolle als möglicher Nachfolger von Buffett sagte Sokol, er wisse nicht, ob er auf der internen Liste der möglichen Erben gestanden habe. Er strebe den Job als Berkshire-Chef nicht an.

Die Aktien von Berkshire Hathaway gaben am Donnerstag vorbörslich 2,2 Prozent nach.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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