Dax-30-Zwischenbilanz
Voll auf der Kostenbremse

Die Bilanzsaison der Dax-Konzerne läuft auf Hochtouren: Die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr sind durchwachsen. Auch die Ausblicke sind verhalten: Sparen statt Wachsen hat vielfach Priorität. Und die Nagelprobe steht noch aus.
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DüsseldorfDie Bilanzsaison läuft auf Hochtouren: Ein gutes Drittel der Dax-30-Unternehmen hat zumindest bereits vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt – Zeit für eine Zwischenbilanz. Und die fällt durchwachsen aus: Es gibt kaum Ausreißer nach oben, dagegen haben einige deutsche Top-Konzerne ihre Ziele verfehlt. „Die Berichterstattung bisher war vernünftig“, sagt Stefan Schöppner, Analyst bei der Commerzbank. „Die Erwartungen sind allerdings relativ verhalten.“

So meldete die Lufthansa zwar am späten Dienstagabend ein gesteigertes Ergebnis in Höhe von 990 Millionen Euro für das vergangene Jahr. Doch dazu trugen Einmaleffekte wie Beteiligungsverkäufe bei – das operative Ergebnis war geschrumpft. Deswegen schockte die Airline die Stadt Köln und das im Norden Hamburgs gelegene Norderstedt. Zwei große Standorte in Köln sollen entweder geschlossen oder nach München verlegt werden. In Norderstedt ist die Auslagerung von Arbeitsplätzen geplant. Insgesamt sind fast 1000 Stellen betroffen.

Auch andere Dax-Unternehmen sparen derzeit kräftig und überbieten sich daher bisher mit vorsichtigen Prognosen. Das liegt oft nicht nur am eigenen Geschäft, sondern auch am Umfeld. „Das Problem der Euro-Krise ist einfach noch nicht gelöst“, sagt Thomas Klee, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die Unternehmen seien demzufolge noch nicht ganz aus dem Krisenmodus heraus. „2013 wird herausfordernd für Unternehmen, wir rechnen im Jahresverlauf jedoch mit einer leichten konjunkturellen Stabilisierung.“

Eins ist für Experten jedoch auch klar: Die Dax-Konzerne setzen bei der Geschäftsentwicklung nicht immer auf eine steigende Nachfrage. Sie drehen vielmehr an der Kostenschraube, um ihre Prognosen für 2013 zu erreichen. „Die Nagelprobe gibt es in der Quartalssaison ab Mitte Juli: Dann müssen die Unternehmen gute Ausblicke präsentieren, um das erreichte Kursniveau zu rechtfertigen“, sagt Commerzbank-Analyst Schöppner.

Wer welche Zahlen vorgelegt hat und wie die Prognosen lauten – die Unternehmen in der Zwischenbilanz der Bilanzsaison.

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  • @david.simon

    die fürs HB deutlich überdurchschnittliche Qualität ist zu "bemängeln", daß der Autor zu realistisch und nüchtern ist. Euphorische Artikel, die sich völlig von der Realwirtschaft entkoppeln, wären mir jetzt deutlich lieber(im Konträrsinn natürlich).

    Vielleicht sollte das HB ja "kraehendienst" für einen solchen Artikel engagieren.

  • Was ist an dem Artikel zu bemängeln, panische Kraehe?

  • Immer, IMMER diese journalistische Panikmache. Panisches Schreiben ist offenbar leistungsorientiert-journalistisches Schreiben.

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