DAX-Konzerne
Aktionäre wünschen sich konkrete Prognosen

Satte Gewinne und steigende Umsätze sind kein Garant mehr für steigende Aktienkurse. Erfolgreich sind vor allem die Wertpapiere solcher Unternehmen, die ihren Anteilseignern klare Ausblicke auf das kommende Jahr liefern.
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DüsseldorfDie Umsätze sprudeln bei SAP, die Gewinne des Softwarespezialisten steigen sogar noch stärker als es selbst die notorisch optimistischen Analysten erwartet hatten. Doch die Aktie bricht um sechs Prozent ein. Was für den Finanzvorstand Werner Brandt nach Vorlage der guten Ergebnisse zum ersten Quartal unverständlich erscheint, ist für Börsianer schnöder Alltag. Die tollen Quartalszahlen waren nur der Blick in den Rückspiegel – Anleger vermissten den präzisen und mutigen Blick nach vorn.

Gute Ergebnisse, nebulöse Ausblicke, sinkender Aktienkurs – diesen Dreiklang erleben Anleger seit Jahren. Umso unverständlicher ist es, dass sich die meisten Konzerne in ihren Jahresabschlüssen immer noch fast ganz in der Vergangenheit verstecken und die Zukunft allenfalls vorsichtig streifen – stets in der Sorge, den Anlegern bloß keine falschen Versprechungen zu machen.

SAP ist einer von 23 Dax-Konzernen, die sich um konkrete Prognosen herumdrücken. Das ermittelte jetzt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft Kirchhoff Consult. Grundlage für die Studie sind die Geschäftsberichte für 2010. Börsennotierte Konzerne sind laut Aktiengesetz verpflichtet, sich im Geschäftsbericht zur Zukunft zu äußern.

Fazit der Experten: Nur sieben der 30 Dax-Konzerne können für sich das Prädikat „hohe Transparenz“ bei den Ausblicken in Anspruch nehmen. Dazu zählen Eon und RWE, die Deutsche Post, der Handelsriese Metro, Henkel sowie Bayer und FMC.

Der Dialysespezialist FMC setzt schon seit Jahren Standards mit seinen Prognosen. Alle wichtigen Eckdaten liest der Aktionär in einer Tabelle. Auf Seite 120 des Geschäftsberichts setzt sich das Management das Ziel, den gerade erzielten Jahresumsatz von 12,05 Milliarden Dollar im Jahr 2011 auf 12,8 bis 13 Milliarden Dollar zu steigern. Genauso konkret sind die Vorhersagen für das Konzernergebnis: FMC peilt 1,035 bis 1,055 Milliarden Dollar an. Auch bei den Investitionen, der Steuerquote sowie den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung ist FMC erfreulich konkret.

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