Demel hat Vertrag angeblich unterschrieben
Ex-VW-Manager soll Fiat auf Kurs bringen

Der Wechsel des früheren Audi-Chefs Herbert Demel an die Spitze der angeschlagenen Autosparte von Fiat ist beschlossene Sache. Der derzeitige Chef des österreichischen Autobauers und -zulieferers Magna Steyr soll am 15. November als neuer Fiat-Auto-Chef antreten, teilte das Turiner Unternehmen am Mittwochabend mit. Demel löst Giancarlo Boschetti ab, der aus Altersgründen aus dem Konzern ausscheidet.

HB MAILAND. Spekulationen um Demel als Boschetti-Nachfolger kursierten seit der vergangenen Woche, nachdem Fiat lange Zeit dem früheren Chef von Ford Europe, Martin Leach, nachgejagt hatte. Er galt wochenlang als Spitzenkandidat für die Position. Die Verhandlungen seien vor allem an einem Streit zwischen Ford und Fiat über eine vertragliche Klausel gescheitert, die Leach zunächst eine Anstellung bei der Konkurenz verbietet, hieß es in den vergangenen Tagen.

„Herbert Demel wird mit seiner großen Erfahrung in der Auto- Industrie, sowohl was die Konstruktion als auch was die Zulieferung betrifft, zweifellos großen Anteil am zukünftigen Erfolg von Fiat Auto haben“, sagte Frank Stronach, Präsident von Magna International, zu der die Magna Steyr gehört. „Demel ist ein ausgezeichneter Manager, ein großer Experte was Produkt und Technologie betrifft“, erklärte Morchio.

Der gelernte Autoingenieur Demel hatte 1984 bei Bosch angefangen. 1990 kam er zur Audi AG nach Ingolstadt, wo er vier Jahre später Chef wurde. Als Präsident von VW Brazil führte er das Unternehmen ab 1997 durch die schwere brasilianische Wirtschaftskrise. Im Oktober 2002 wechselte er zu Magna Steyr. Bei Fiat wird es seine Hauptaufgabe sein, die angeschlagene Autosparte des Unternehmens weiter zu sanieren. Im Mittelpunkt der Rettungspläne steht derzeit vor allem eine Erneuerung der Produktpalette.

Demel hatte sich als Audi-Chef in den 90er Jahren einen Namen als Experte für schnelle Autos gemacht und den Audi TT auf den Markt gebracht. 1997 wurde er Vorstandschef von VW do Brasil, schied allerdings 2002 im Streit mit dem damaligen VW-Konzernchef Ferdinand Piech aus der Volkswagen-Gruppe aus.

Der Fiat-Konzern steckt derzeit in der wohl schwersten Krise seiner langen Firmengeschichte. Die Automobilsparte, einst Marktführer in Europa, hat allein im zweiten Quartal 2003, einen operativen Verlust von 234 (Vorjahr 394) Mill. € erlitten. Allerdings sind auch viele der Fiat-Konkurrenten nicht in glänzender Verfassung. So rechnet Demels früherer Arbeitgeber Volkswagen damit, dass der operative Gewinn 2003 weit unter dem Vorjahreswert von 4,76 Mrd. € liegen wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%