Der 40-Jährige entspringt einer typischen texanischen Politikerfamilie
Der Herr der Pillen

Mark McClellan, Chef der US-Gesundheitsbehörde FDA, fordert höhere Medikamentenpreise in Deutschland.

NEW YORK. Schon als Kleinkind konnte er sich angeblich alles merken. „Sogar die Katalognummer seiner Wünsche sagte Mark dem Weihnachtsmann auswendig auf“, erinnert sich seine Mutter. Nicht nur Santa Claus war beeindruckt und erfüllte ihm jeden Wunsch. Mit seinem fotografischen Gedächtnis hat es Mark McClellan auch beruflich weit gebracht. Zuerst war er Doppelprofessor in Ökonomie und Medizin an der Stanford University, dann Wirtschaftsberater von US-Präsident George W. Bush. Seit einem Jahr ist der 40-Jährige Chef der Food and Drug Administration (FDA).

Bei der Vielfalt der Arbeitsbereiche – die FDA ist für die Sicherheit von Nahrungsmitteln und Medikamenten in den USA zuständig – kann er sein Supergedächtnis gut gebrauchen. Die Entscheidungen der mächtigen Gesundheitsbehörde haben Auswirkungen auf über 20 Cent von jedem Dollar, den US-Konsumenten jährlich ausgeben.

Doch diese Macht ist dem klein gewachsenen McClellan kaum anzumerken. Sein eigenes Büro ist zwar etwas repräsentativer als die übrigen schlichten Räume des Gesundheitsministeriums in Rockville, außerhalb von Washington D.C. Das Mobiliar ist aber – wie der Boss hinter dem Schreibtisch – eher bescheiden. McClellan spricht ruhig, formuliert klar und präzise. Es scheint, als habe er alle Antworten gespeichert und warte nur auf ein Stichwort, um ganze Reden abzurufen.

Zurzeit muss er einige Fragen beantworten. Als oberster Kontrolleur der US-Pharmabranche hat McClellan andere Staaten dafür kritisiert, dass sie sich zu wenig an den steigenden Kosten der Industrie beteiligen. Da Medikamente in Deutschland viel preiswerter seien als in den USA, beteiligten sich die Deutschen zu wenig an den Forschungs- und Entwicklungskosten der amerikanischen Konzerne, argumentiert er.

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