Der Bundesbank-Chef im Porträt
Ernst Welteke: SPD-Politiker und Finanzexperte

Ernst Welteke kennt die Spielregeln für Politiker und Beamte seit Jahrzehnten. Der Präsident der Deutschen Bundesbank machte vor seiner Tätigkeit als Zentralbank-Manager in der SPD Karriere und stieg vom Kreisvorsitzenden bis zum hessischen Finanzminister auf.

HB FRANKFURT/MAIN. Der 61-Jährige hat sich in seiner langen politischen Laufbahn einen ausgeprägten Unabhängigkeitssinn bewahrt, der ihn für den sensiblen Posten des Währungshüters und Bankenaufsehers empfahl.

Welteke absolvierte eine Lehre als Landmaschinenmechaniker, ehe er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachholte und Volkswirtschaft studierte. In die SPD trat er 1965 ein und arbeitete sich zum Vorsitzenden der hessischen Landtagsfraktion empor. Von dem damaligen Ministerpräsidenten Hans Eichel wurde Welteke 1991 dann zum Wirtschaftsminister berufen. Drei Jahre später wechselte er an die Spitze des Finanzressorts, verzichtete 1995 aber auf eine erneute Kandidatur.

Stattdessen wurde Welteke Präsident der Landeszentralbank in Hessen. Nach dem Regierungswechsel in Berlin rückte Welteke 1999 auf den Top-Posten der Deutschen Bundesbank vor. Die Rolle des Bundesbank-Präsidenten verlor zu dieser Zeit an Bedeutung, da wesentliche Kompetenzen in der Geldpolitik auf die Europäische Zentralbank (EZB) übergingen.

Als Notenbank-Präsident trieb Welteke die Zentralisierung der staatlichen Institution voran. Die Landeszentralbanken wurden im Zuge der Bundesbankreform in regionale Hauptverwaltungen umgewandelt. Der damit verbundende Stellenabbau wurde 2003 noch verschärft. In diesem Jahr machte Welteke mit seinem Vorschlag Schlagzeilen, Teile der Goldvorräte der Bundesbank zu verkaufen und in einem Fonds für Bildung und Wissenschaft anzulegen. Der gebürtige Nordhesse ist in zweiter Ehe verheiratet und hat vier Kinder.

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