Der Finanzmarkt hat viele Fragen an den Konzernchef: Lautsprecher und Diplomat

Der Finanzmarkt hat viele Fragen an den Konzernchef
Lautsprecher und Diplomat

Vattenfall-Europe-Chef Klaus Rauscher kämpft an zwei Fronten: im Unternehmen und in der Politik.

ZEUTHEN. „My name is Klaus Rauscher. I’m the first servant of Vattenfall Europe. Please call me Klaus“, mit leicht fränkischem Akzent stellt sich der Vorstandschef der Vattenfall Europe AG vor. Der Konferenzraum des Hotels am südöstlich von Berlin gelegenen Zeuthener See zeugt mit Flipcharts und zahlreichen leeren Wasserflaschen von arbeitsreichen Tagen.

Rauscher lauscht gemeinsam mit zwei Managern des schwedischen Mutterkonzerns einem Vortrag von Nachwuchskräften. Die jungen Leute geben einen guten Querschnitt durch den Konzern: Sie kommen aus Schweden, Polen, Hamburg und Berlin. Und das Thema der Präsentation könnte aktueller kaum sein: Es geht um die Ängste der Mitarbeiter im neuen Unternehmen.

Der Vorstandschef ist für die derzeit wohl ambitionierteste Fusion in Europa zuständig. Auf der einen Seite muss Rauscher den Zusammenschluss von vier gestandenen deutschen Unternehmen zur Vattenfall Europe AG, dem drittgrößten Energiekonzern des Landes, zum Abschluss bringen: Die Versorger aus Berlin, Bewag, und Hamburg, HEW, der ostdeutsche Braunkohleverstromer Veag und der Tagebaubetreiber Laubag wurden verschmolzen. Gleichzeitig muss er sie unter dem Dach des schwedischen Mutterkonzerns positionieren. Rauscher kommt die Aufgabe des Integrators zu, der den Ausgleich zwischen Ost und West, Schweden und Deutschland finden muss.

Noch dazu mischt der 54-Jährige in der Politik kräftig mit, denn in Berlin und Brüssel werden nach Rauschers Worten derzeit „entscheidende Weichen“ gestellt. Vor allem beim Thema Emissionshandel, das die Vattenfall Europe AG mit ihrem hohen Anteil von Kohle an der Verstromung besonders trifft, äußert Rauscher offen und energisch seine Meinung. Der Präsent des Verbandes der Verbundunternehmen und Regionalen Energieversorger (VRE) gilt als Lautsprecher in einer Branche, die Politik oft durch die Hintertür des Bundeswirtschaftsministeriums macht. So kam postwendend seine Antwort „Nein“, als jetzt Umweltminister Jürgen Trittin seine Pläne erstmals öffentlich machte.

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