Der globale Manager
Der moderne Nomade

SAP-Manager Eric Duffaut steuert 2.000 Mitarbeiter, die über den Globus verstreut sind. Er fliegt viel und führt ein fast virtuelles Leben mit Smartphone, Skype und Videogrüßen. Tickt so der Manager von morgen?
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DüsseldorfDas ist Eric Duffaut, 49. Er ist in Frankreich geboren, er hat schon in vielen verschiedenen Ländern gearbeitet, unter anderem in Irland und in den USA. Zurzeit hängt sein Namensschild vor einem Büro in Walldorf, in Süddeutschland. Gerade aber ist er zu Hause in Bordeaux und telefoniert auf Englisch mit Düsseldorf. Von dort aus wird er nach Philadelphia fliegen.

Duffaut arbeitet für SAP, den deutschen Softwarekonzern. Er ist dafür verantwortlich, das internationale Netzwerk der Partnerfirmen zu pflegen, mit deren Hilfe SAP seine Produkte weltweit vertreibt. Dieses Netzwerk trägt ein Viertel zum Umsatz des Konzerns bei. 2010 betrug dieser mehr als zwölf Milliarden Euro.

Duffaut steuert mehr als 2000 Leute. Er kennt sie nicht alle persönlich. Sie arbeiten an verschiedenen Standorten in fast jedem Land der Welt. Er ist noch gar nicht an jedem Ort gewesen, obwohl er pro Woche mindestens zwei internationale Flüge absolviert. Für den Manager von morgen wird es selbstverständlich sein, dass er seine Mannschaft nicht mehr in einem Konferenzraum vollständig versammeln kann, sondern höchstens noch in einem virtuellen Chatroom. Die Strukturen werden nicht nur internationaler, sondern auch flexibler, die Hierarchien flacher.

Trotzdem muss der Manager seine Leute dazu bringen, an einer gemeinsamen Sache zu arbeiten. Sie sollen möglichst eigenständig Entscheidungen fällen, möglichst frei, kreativ und innovativ arbeiten. Gleichzeitig muss er die Kontrolle behalten und sicherstellen, dass seine Ziele in einem bestimmten Zeitrahmen umgesetzt werden. „Früher verteilte der Abteilungsleiter morgens die Eingangspost an die Kollegen“, sagt Stefan Bötzel, Partner bei der Personalberatung Heinrich & Struggles. „Heute arbeiten die Menschen in wechselnden Zusammensetzungen an unterschiedlichen Projekten.“

Kommentare zu " Der globale Manager: Der moderne Nomade"

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  • Von morgen oder von gestern?
    Es ist doch sehr fraglich, worin hier noch die Aufgabe bestehen soll, gar die Führung.
    Das schlaflose Modell hat eher ausgedient, wird kritisch beäugt: was leistet so ein Mensch - ausser dass er beweist, über welche Kondition verfügt? Jedenfalls ist zu hoffen, dass immer mehr bewusst wird, dass Geschäftigkeit und statusträchtiges Herumreisen keine Leistung ersetzen kann.

  • Hurra Eric Duffaut

    Es dürfte interessant sein diesen Artikel über einen Manager in ständiger Bewegung in einigen Jahren zu lesen. Entweder ist er dann Präsident oder Burn-Out Opfer.
    Warum wurde dieser Hurra-Artikel geschrieben? Wie soll der Leser nach Lektüre denken? Es wäre angenehm wenn das Handelsblatt auf Hurra-Artikel verzichtet. Spätestens mit etwas zeitlichen Abstand sieht so ein Artikel nicht professionell aus.

  • Ich war Anfang der siebziger Jahre in jugendlichem Alter gut bekannt mit einem der führenden europäischen Manager des damals sehr bekannten New Yorker multinationalen Konzerns ITT,dessen Chef damals Harold Sidney Greneen war, ein damals sehr bekannter Name, der heute fast vollständig vergessen ist, den älteren Zeitgenossen aber wohl noch geläufig sein dürfte.
    Hirr ein Auszug aus den Erinnerungen des alten Freundes, der auch schon lange verstorben ist:
    Meine Beanspruchung war häufig über alle Maßen groß. So flog ich einmal von Frankfurt nach New York, von da nach Brasilien, weiter nach Südafrika, kam an einem Samstag zurück nach Frankfurt und flog den Montag darauf wieder nach New York. Ich flog ja nicht zu menem Vergnügen, sondern es waren überall Verhandlungen zu führen, Fabriken zu kontrolieren und dergleichen mehr. Aber für die große ITT, die eine eigene Boeing 707 besaß, mit der ein Stab von 120 Amerikanern ständig unterwegs war, gab es keine Entfernung. Alles war "just around the corner". Alle zwei Wochen flog ich zur Zentrale in Brüssel. Oft dauerten die von den Amerikanern so heiß geliebten Meetings bis morgens um 2Uhr. Inden Pausen gab es die ebenso heiß geliebten "Hamburger". Einmal ging Harold Geneen mit einigen von uns anschließend in ein Restaurant. Er fragte:" Was zeichnet einen ITT-Manager vor allen anderen Managern der Welt aus?" sein amerikanischer Kollege, Executive-Vicepresident Dunleavy, antwortete gähnend:"Schlaflosigkeit". Er traf damit den "Nagel auf den Kopf"

    Man sieht als nichts Neues unter der Sonne.

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