Der Holländer Ruud Huisman ist neuer CEO des Internetdienstleisters Tiscali: Neuer Kopf und alte Strategie

Der Holländer Ruud Huisman ist neuer CEO des Internetdienstleisters Tiscali
Neuer Kopf und alte Strategie

Wie ein flotter Internet-Manager sieht der Mann wirklich nicht aus: Mit seinem konservativen Anzug und dem braven Haarschnitt könnte Ruud Huisman, der neue Chief Executive Officer des drittgrößten europäischen Zugangsdienstleisters, Tiscali, ebenso gut hinter einem Postschalter sitzen.

MAILAND. Und mit den flotten Sprüchen der manchmal grellen Web-Welt kann der 54-jährige Holländer auch nicht viel anfangen. „Ich mag es, zu arbeiten, hart zu arbeiten“, sind seine schlichten Worte zum Antritt.

Seit dem letzten Herbst hat Renato Soru, der Gründer des Unternehmens aus Sardinien, Ausschau nach einem geeigneten Nachfolger gehalten. Damals hatte der 45-jährige Entrepreneur seine Kandidatur für das Amt des Regionalpräsidenten seiner Heimatinsel – vergleichbar mit einem deutschen Ministerpräsidenten – bekannt gegeben. Tiscali sollte also einen neuen Vorstandschef bekommen, denn politische Ambitionen sind mit dem Tagesgeschäft eines internationalen Konzerns unvereinbar. Dass sich der Auswahlprozess länger als geplant hinzog, lag daran, dass Soru zunächst einen außenstehenden Manager gewinnen wollte.

Heute bezeichnet Soru den Nachfolger als „natürliche Wahl“. Grund: Der bislang als Tiscali-Regionalchef für die Beneluxländer und Skandinavien tätige Manager glaube an das Unternehmen und die Strategie, er habe messbare Erfolge erzielt und vor allem: „Er ist sehr tüchtig.“ Damit ist nach Ansicht von Insidern auch gemeint, dass Huisman den eingeschlagenen Weg nicht verlassen wird. Soru bleibt ohnedies als mehr oder weniger operativer Präsident dem Unternehmen erhalten. Wie viele Freiräume der frühere Finanzchef von World Online haben wird, bleibt vorerst offen.

Tiscali soll also weiterhin eine paneuropäische Gesellschaft bleiben, die in vielen Märkten vertreten ist und in erster Linie Geschäfte macht mit dem Zugang zum Internet. Akquisitionen bleiben weiter auf der Tagesordnung, ebenso wie Verkäufe einzelner Tochtergesellschaften, z.B. in Skandinavien. Der Holländer sei kein Visionär, aber ein guter Vollstrecker von Geschäftsplänen, heißt es in der postmodernen Zentrale am Stadtrand Mailands. Derzeit lernt der Vater dreier erwachsener Kinder Italienisch und sucht sich ein Haus in Cagliari, dem Sitz des Unternehmens auf Sardinien. Danach aber werde er ein „reisender CEO“ sein. „Denn das Geld wird in den Ländern und nicht in der Zentrale gemacht.“

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