Der Managementlehrer ist dafür bekannt, dass er auch Unbequemes ausspricht
Henry Mintzberg: Gegen den Strich gekämmt

Henry Mintzberg ist Querdenker von Beruf. Mit seinem konsequenten Infragestellen der orthodoxen Unternehmenstheorien hat er sich einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Sein 1994 erschienenes Buch „The Rise and Fall of Strategic Planning“ (Aufstieg und Niedergang der strategischen Planung) hat aufgedeckt, wie steril die konventionelle Strategieplanung war, der das Denken der Manager Jahre lang bestimmt hatte. Er gilt seither als der Theoretiker, der die Schwächen der Unternehmenskultur unnachgiebig entlarvt.

Mintzberg ließ die Fachwelt zum ersten Mal 1973 aufhorchen, als sein Buch „The Nature of Managerial Work“ (Das Wesen des Managens) erschien. Ausgehend von seiner Doktorarbeit untersuchte er bei diesem seltenen Ansatz, was Manager wirklich tun, anstatt darüber zu befinden, was sie tun sollten.

Seitdem hat Mintzberg, derzeit Professor an der McGill University in Montreal, eine ganze Reihe unterschiedlicher Themen seinem abweichlerischen Blick unterzogen. Auf seinem ureigensten Feld, der Strategie, mischt er in den Diskussionen in der vordersten Reihe mit. Als Vertreter der Meinung, Strategie sei ein kreativer und sich entwickelnder Prozess, hat er sich konsequent gegen diejenigen zur Wehr gesetzt, die Strategie auf einen Vorgang der normativen Analyse reduzieren wollen.

Trotz seiner Nähe zu den Business Schools kritisiert Mintzberg seit langem den traditionellen MBA-Abschluss. Als Alternative haben seine Kollegen und er das International Masters Program in Practicing Management (IMPM) als globales Lehrangebot entwickelt, das Manager dazu ermutigen soll, sich von den Beschränkungen funktioneller Perspektiven zu befreien. Derzeit arbeitet er an einem Buch mit dem Arbeitstitel „Developing Managers, Not MBAs“ (Manager ausbilden, nicht MBAs), das den Nutzen des klassischen akademischen Grads der Business Schools in Frage stellt.

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