Der Mobilfunk-Unternehmer Mohammed Ibrahim investiert in Afrika
Der Multimillionär aus dem Sudan

Mohammed Ibrahim ist nicht der Mann, der sich auf Lorbeeren ausruht. Vor kurzem hat ihm der Verkauf seines Mobilfunkunternehmens Celtel an kuwaitische Investoren mehr als 700 Millionen Dollar eingebracht – und heute ist sein 59. Geburtstag. Doch er gönnt sich keinen Ruhetag.

LONDON. Ibrahim, den alle hier kurz „Mo“ nennen, empfängt in seinem zweckmäßigen Büro im noblen Londoner Stadtteil Mayfair einen Geschäftspartner nach dem anderen.

Fit und ausgeruht wirkt der Mann im feinen Nadelstreifenanzug dennoch. Obwohl nebenan ein Minister aus Sambia auf ihn wartet, zeigt er keinerlei Ungeduld. Den runden Kopf mit Halbglatze und randloser Brille schief gelegt, hört er aufmerksam zu und antwortet offen und in wohl gesetzten Worten.

Nur bei einem Thema wird er polemisch, bei seinem Thema. Warum investieren nicht mehr Unternehmen in Afrika? Er hat mit Celtel doch bewiesen, dass sich dort gute Geschäfte machen lassen. In nur sieben Jahren hat Celtel über fünf Millionen Mobilfunkkunden in 13 Ländern Afrikas gewonnen – und zwar nicht in Südafrika oder Ägypten, sondern im Kongo, in Sierra Leone oder Burkina Faso. Länder, die kein westlicher Multi im Blick hat.

„Westliche Manager haben Angst vor Afrika, weil sie den Kontinent nur aus Fernsehberichten über Bürgerkriege, Seuchen und Hungersnöte kennen“, ereifert sich Ibrahim. Das sei, als wenn aus Europa nur über Völkermord auf dem Balkan, Bürgerkrieg in Nordirland und Terror in Madrid berichtet würde. „Dabei leben zig Millionen Afrikaner ein langweiliges, normales Leben.“

Und diese Afrikaner haben sich für Celtel als gute Kunden erwiesen. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde lag im vergangenen Jahr bei 21 Dollar im Monat und damit auf dem Niveau, das Mobilfunker in Osteuropa erwirtschaften. Das liegt auch daran, dass sich oft mehrere Familien ein Handy teilen.

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