Der Neue an der MAN-Spitze
Porträt: Hakan Samuelsson

Von seinem Dienstzimmer im ersten Stock eines schlichten Bürogebäudes auf dem Firmengelände in München-Allach hat der designierte MAN-Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson gleich zwei große Stellflächen für fertige LKW im Blick.

HB MÜNCHEN. „Ich wunderte mich“, erzählte der Vorstandsvorsitzende der MAN Nutzfahrzeuge AG über seine Anfangszeit in München einmal vor Journalisten, „dass die Parkplätze immer voll waren, während die Trucks doch an Kunden ausgeliefert werden sollten.“ Samuelsson ließ das Problem keine Ruhe, er bohrte nach, bis er die Ursachen des Problems ausgemacht und die Stockungen im Vertrieb beseitigt waren.

Der ehemalige Scania-Manager - der die MAN-Nutzfahrzeugsparte erfolgreich saniert hat - wird Anfang kommenden Jahres als Nachfolger von Rudolf Rupprecht an die Spitze des Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzerns rücken. Samuelsson ist im Mai 2000 zu MAN gewechselt. In den vier Jahren seiner Tätigkeit bei MAN hat er sich für Insider einen Namen als ruhiger aber sehr konsequenter Chef gemacht. Er höre zu, frage viele Sachverhalte nach, beschreiben ihn Mitarbeiter. Habe er sich dann eine Meinung gebildet und eine Entscheidung gefällt, verfolge er beharrlich, ja ungeduldig sein Ziel.

Dabei ist der studierte Maschinenbauer nicht nur Ingenieur sondern ebenso ein kühler Rechner, der jede Bilanz akribisch überprüft. „Kein Finanzer kann ihm etwas vormachen“, berichten seine Mitarbeiter. Samuelsson, Jahrgang 1951, war nach dem Studium am Königlichen Institut für Technologie in Stockholm beim schwedischen Lkw-Hersteller Scania eingestiegen, zunächst in der Bremsenentwicklung, später als Leiter der Motorenentwicklung. 1996 rückte er in den Vorstand auf und war dort für Entwicklung und Produktion zuständig.

Er wurde als Kronprinz für den Vorstandsvorsitz gehandelt, doch mit der geplanten, dann aber nicht vollzogen Übernahme von Scania durch Volvo wurden die Weichen anders gestellt. Da kam das Angebot des Konkurrenten aus München gerade recht. Seitdem hat der Schwede eine Vielzahl von Herausforderungen gemeistert und die MAN-Sparte für Lkw und Busse zu neuer Ertragsstärke geführt. Als Samuelsson im Sommer 2000 die Leitung der MAN Nutzfahrzeuge übernahm, hatte der Konzern mit dem TGA soeben einen neuen Lkw auf den Markt gebracht - jedoch mit einer Reihe von Anlaufschwierigkeiten.

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