Der neue NCR-Chef William Nuti hat bereits eine reife Karriere hinter sich
Geldautomat statt Strichcode

Wenn heute William „Bill“ Nuti sein neues Büro bezieht, beginnt für ihn eine besondere Phase seiner Karriere: Ab jetzt spielt er mit den Großen.

Der 41-Jährige zeichnet ab jetzt als Chef von NCR, dem High-Tech-Konzern, der mit Registrierkassen groß wurde und heute Weltmarktführer bei Geldautomaten und einer der Riesen bei Datenspeicher-Systemen ist. Und Nuti folgt auf den hoch gelobten Mark Hurd, der auf dem Chefsessel von Hewlett-Packard Platz nahm – ein schweres Amt. Nuti kommt von Symbol Technologies, einem Hersteller von Strichcode-Lesegeräten mit 5 400 Mitarbeitern und 1,8 Milliarden Dollar Umsatz. Künftig steuert er 28 500 Beschäftigte, die gut 6 Milliarden Umsatz erwirtschaften.

Nuti hat bereits eine reife Karriere hinter sich. Der New Yorker studierte Betriebswirtschaft an der Long Island University und entschied sich von Anfang an für das High-Tech-Geschäft. Die ersten Stationen seiner beruflichen Laufbahn: IBM, Network Equipment Technologies und Netrix. Beim Netzwerk-Spezialisten Cisco blieb er zehn Jahre und stieg über Bereichsleitungen für Europa und Asien zum Senior Vice President auf. Er galt als potenzieller Nachfolger von Cisco-Chef John Chambers. Als er 2002 den Konzern verließ, nannten Analysten das einen „großen Verlust“ für Cisco.

Im Juli 2002 wurde er Präsident und Chief Operating Officer der von Verlusten und einem Bilanzierungsskandal geplagten Symbol Technologies, 2003 übernahm er den Vorstandsvorsitz, als vierter CEO in vier Jahren. Bei seinem Antritt stagnierte der Umsatz, die Firma schrieb rote Zahlen und war von Skandalen umwittert. Unter Nuti wuchs der Umsatz um ein Viertel, aus einem Verlust von 45 Millionen Dollar 2002 wurde 2004 ein Gewinn von 82 Millionen. Zu Ende gebracht hat er seinen Sanierungsjob aber nicht: Gerade erst meldete Symbol wieder einen Verlust und den Abbau von 700 Mitarbeitern.

Doch NCR ist kein Sanierungsfall. Entsprechend lobte Nuti in seinen ersten öffentlichen Kommentaren die Strategie seines Vorgängers Hurd. Und auch Technologieanalyst Lou Agosta ist optimistisch: NCR brauche keinen Krisenmanager, sondern jemanden mit „Phantasie und langfristiger Vision“.

Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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