„Der Porsche ist aus der Bahn geschleudert“
Ulrich Schumacher - das Ende einer Rennfahrt

Ulrich Schumacher ist bekannt für seine große Rennsport-Begeisterung, und dieses Bild in der Öffentlichkeit verfolgt ihn bis zu seiner Ablösung als Infineon-Chef: „Der Porsche ist aus der Bahn geschleudert“, freute sich die IG Metall, nach dem Abtritt des 45-Jährigen.

HB MÜNCHEN. Als die Infineon Technologies AG im März 2000 an der Börse startete, fuhr Schumacher öffentlichkeitswirksam mit dem Porsche an der Wall Street vor. In der Krise des Unternehmens, als Infineon Milliardenverluste machte, wurde er die Bilder nicht mehr los. Wenn er könnte, würde er den Auftritt rückgängig machen, sagte er einmal. Als vor einigen Monaten allerdings sein Ferrari mit einem falschen Auspuff erwischt wurde - ein Angestellter wollte ihn trocken fahren - war es aber zumindest in der Münchner Lokalpresse wieder Thema.

Im Börsenboom war Schumacher eine Ikone der Hightech-Branche. Infineon kam zum Höhepunkt des „New Economy“-Wahns an die Börse, die Anleger rissen sich um die Zeichnungsrechte. Bereits am ersten Handelstag vervielfachte sich der Wert des Papiers. Schumacher selbst hatte immer wieder darauf hingewiesen, wie riskant das Geschäft in der zyklischen Halbleiter-Branche ist. Dennoch galt Infineon quasi als Volksaktie. Heute ist sie nur noch etwa ein Drittel des ursprünglichen Ausgabekurses wert.

Schumacher ist ein echter Siemens-Mann. Nach dem Studium der Elektrotechnik trat er 1986 in den Konzern ein und machte schnell Karriere: Anfangs übernahm er die Verantwortung für die Prüftechnik bei den Bauelementen, später wechselte er in den Bereich Halbleiter. 1996 wurde er Chef der Halbleiter-Sparte. Zwei Jahre später rückte er auch in den Konzernvorstand auf und galt eine Zeit lang sogar als einer der Kandidaten für die Nachfolge von Konzernchef Heinrich von Pierer.

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