Der Private-Equity-Experte Alessandro Benetton soll das Familienreich übernehmen
Der Kronprinz der bunten Pullover

Smart, ein wenig schüchtern, aber sympathisch. So sind Kronprinzen der angenehmeren Sorte. Und Alessandro Benetton ist ein Kronprinz. Zwar nicht eines Adelsgeschlechts, aber doch einer Familie, die weltweit bekannt ist.

MAILAND. Künftig soll er die Interessen der Familie bei dem für seine bunten Pullover bekannten Kleidungsunternehmen vertreten, das die vier Geschwister Benetton unter der Führung von Luciano in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut haben.

Am 25. April, dem italienischen Nationalfeiertag, hat der Firmengründer Luciano Benetton dieses Jahr seine Staffelübergabe an den Zweitältesten seiner vier Kinder offiziell verkündet: „Mein Sohn Alessandro wird nach mir die Familie in Benetton vertreten“, machte der Benetton-Präsident klar.

Weniger als einen Monat später berief der Verwaltungsrat den Junior zum Vizepräsidenten der Benetton SPA. Er ist damit der einzige Vertreter der zweiten Generation des Clans im Board des Kleidungsunternehmens – obwohl es 14 Nachkommen gibt. In seiner neuen Funktion soll er zunächst vor allem das Geschäft in China und Asien ausbauen. Silvano Cassado bleibt dagegen Vorstandsvorsitzender.

Alessandro Benetton sieht sich vor allem als Mann in der zweiten Reihe. Er hat nach eigenen Angaben keine Bestrebungen, aktiv das Steuer zu übernehmen. „Ich will ein Unternehmen, das von professionellen Managern geführt wird“, sagt er mit ruhiger Stimme.

Beobachter spekulieren schon, ob er sich in Zukunft von 21 Investimenti trennen wird, der von ihm gegründeten Private-Equity-Gruppe, an der die Benetton-Familienholding 56 Prozent hält.

Als 21 Investimenti jüngst eine Beteiligung an der IT-Firma Sword für 48 Millionen Euro mit einem Plus von 40 Millionen Euro verkauft hatte, war das für viele Beobachter ein klares Signal, dass sich Alessandro aus dem Private-Equity-Geschäft zurückzieht. Auch der Eintritt in das Führungsgremium der Confindustria – dem italienischen Industrieverband – wird als Zeichen gewertet, dass er sich stärker als Industrieunternehmer, denn als Finanzier profilieren will.

Der grau mellierte, schlanke Manager, der das verschmitzte Lächeln von seinem Vater geerbt hat, schließt einen Ausstieg aus dem Beteiligungsgeschäft aber kategorisch aus. „21 Investimenti ist für mich fast wie ein Kind.“ Und so blüht er auf, wenn er über die verschiedenen Beteiligungsfonds erzählt, oder wie er den Stofftierhersteller Trudi mit einem neuen Management wieder auf Kurs gebracht und Gewinn bringend weiterverkauft hat.

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