Der Saudi spielt eine zentrale Rolle
Der wichtigste Energieboss der Welt

Der saudische Ölminister Ali Ibrahim Naimi managt die Opec wie ein Dompteur.

WIEN. Der kleine, drahtige Mann geht mit schnellen Schritten entlang der kaiserlich-königlichen Prachtkulisse. Er kennt seinen Weg: einmal rund um die Wiener Ringstraße, den Nobelboulevard der österreichischen Hauptstadt. Es ist 7.30 Uhr, und ein feuchter kalter Nebel hängt über der Stadt.

Ali Ibrahim Naimi genießt seinen morgendlichen „Powerwalk“ – immer wenn er in Wien ist, dreht er seine Runde. Da kann der 69-Jährige entspannen, nachdenken über die Schönheit der Architektur, über Politik – und über Öl. Eine Stunde gibt er sich, dann wird er seinen schwarz-gelben Jogginganzug ausziehen, und aus dem Frühsportler wird wieder der saudi-arabische Ölminister, der Mann, der mit einem Räuspern den Ölpreis bewegen kann, so wie Alan Greenspan die Finanzmärkte.

Mit seinen Amtskollegen diskutiert er schon beim Frühstück in einem Wiener Grandhotel darüber, welches Zeichen die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) an die Ölmärkte senden soll. Es ist nicht einfach mit diesem Kartell und seinen elf Mitgliedern, die eigentlich nur eines wollen: mehr Geld mit ihrem Öl verdienen – das ist der einzige Konsens.

Der Saudi Naimi spielt eine zentrale Rolle. Sein Land sitzt auf einem Viertel der weltweit nachgewiesenen Reserven. Das konservative Königreich schafft es auch als einziges Förderland, in Notfällen zusätzliches Öl auf den Markt zu werfen, um den Preis unter Kontrolle zu halten. Alle anderen produzieren bereits an ihrer Obergrenze.

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