Der Unternehmer wollte sich im Herbst aus der Geschäftsführung zurückziehen
Rudolf Miele ist tot

Die Traditionsfirma Miele hat einen ihrer beiden Patriarchen verloren. Rudolf Miele, seit 1960 geschäftsführender Gesellschafter des Hausgeräte-Herstellers, ist im Alter von 74 Jahren nach kurzer Krankheit in Gütersloh gestorben. Im November, zu seinem 75. Geburtstag, wollte sich der Enkel des Firmengründers Carl Miele von der aktiven Führung des Familienunternehmens zurückziehen.

HB DÜSSELDORF. Gemeinsam mit seinem bereits 75 Jahre alten Partner Peter Zinkann plante er die Übergabe der operativen Verantwortung an die nächste Generation des Unternehmens. Dann sollte die Führung an die vierte Generation, Markus Miele, 35, und Reinhard Zinkann, 44, übergeben werden.

Carl Miele und Reinhard Zinkann hatten 1899 eine Firma zur Herstellung von Milchzentrifugen gegründet. Noch immer sind die beiden Familien alleinige Eigentümer des Unternehmens mit einem Umsatz von inzwischen 2,2 Milliarden Euro und 15 000 Beschäftigten.

Rudolf Miele trat 1953 in die Geschäftsführung des Traditionsunternehmens ein. 1960 wurde er geschäftsführender Gesellschafter. Seit 1972 war er gemeinsam mit seinem Partner Peter Zinkann zeichnungsberechtigt. Sie bauten das Unternehmen zu einem führenden Hausgerätekonzern aus, der sich bisher weitgehend erfolgreich im schwierigen Hausgerätemarkt behauptet hat. Und das, obwohl das Unternehmen nach wie vor fast ausschließlich in Deutschland fertigt.

Ein Börsengang kam für den Patriarchen nie in Frage, die Familie sollte weiter die Führung haben. „Mein Großvater hat Wert darauf gelegt, das Unternehmen unabhängig und in Familienbesitz zu halten. Das ist so geblieben“, hat Rudolf Miele einmal gesagt. Auch der Firmenphilosophie des „Immer besser“ ist er treu geblieben.

Doch die Nachfolger werden es schwer haben, die gleichen Erfolge wie die Gründerväter zu erzielen. In einem schrumpfenden Hausgerätemarkt mit stark fallenden Preisen gerät Miele mit seiner Nischenpolitik der hohen Preise und hohen Qualität zunehmend in Bedrängnis. Ertragszahlen hat die Familie nie veröffentlicht. Sicher ist: Der Umsatz schrumpft, im Stammwerk Gütersloh wird seit längerem kurzgearbeitet – ein schweres Erbe.

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