Desertec-Strategin Wieland
Die Hoffnungsträgerin vieler Dax-Chefs

Die Strategin des Wüstenstromprojekts Desertec zieht heute in Barcelona bei ihrem großen Auftritt eine erste Zwischenbilanz. Die Herausforderung ist denkbar groß: Das Energievorhaben soll 2050 rund 15 Prozent des Strombedarfs Europas decken. Nun kommt es auf Aglaia Wieland an. Auf ihr ruhen die Hoffnungen vieler Dax-Chefs.
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BARCELONA. Auf ihr ruhen die Hoffnungen von Josef Ackermann, Nikolaus von Bomhard, Jürgen Großmann und Peter Löscher, den Konzernchefs von Deutscher Bank, Münchener Rück, RWE und Siemens. Als Strategin soll Aglaia Wieland für das 400 Milliarden Euro schwere Wüstenstromprojekt Desertec bis zum Jahr 2012 einen Geschäftsplan entwickeln.

Heute hat sie gemeinsam mit den Managern der Desertec Industrie Initiative (DII) Paul van Son und Rainer Aringhoff ihren ersten großen Auftritt. In Barcelona zieht sie auf der ersten internationalen DII-Konferenz vor Projektpartnern und Fachleuten aus aller Welt eine Zwischenbilanz des Riesenprojekts. Die Eröffnungsrede hält Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie. "Wir fangen jetzt an, das Projekt konkret mit Leben zu füllen", erklärt Wieland kurz vorher.

Desertec ist eines der komplexesten Energieprojekte weltweit. Es soll in den Wüsten Nordafrikas und des Mittleren Ostens Strom mit Solar- und Windkraftanlagen produzieren und damit im Jahr 2050 rund 15 Prozent des Strombedarfs Europas decken. Die Idee gibt es schon lange, vor genau einem Jahr wurde die internationale Initiative DII gegründet, die das risikoreiche Projekt auf den Weg bringen will. "Das ist eine gewaltige Herausforderung, weil sie so viele politische, finanzielle und technologische Fragen aufwirft", erklärt Wieland.

Es war genau diese Herausforderung, die Wieland reizte. Eigentlich hatte sie sich mit dem Chef der Initiative, dem Niederländer Paul van Son, nur zu einem Informationsgespräch treffen wollen, um zu erfahren, wie das Wüstenstromprojekt Desertec gestemmt werden soll. Nach einem kurzen Gespräch ist sie Feuer und Flamme.

Die 35-Jährige, die als "blitzschnell" beschrieben wird, kündigt bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) - und das, obwohl sie kurz davor stand, zur Partnerin aufzusteigen. Dort hatte sie sich unter anderem als Expertin für die Energiebranche empfohlen. Die Kollegen sind überrascht. "Aber sie war nie einseitig karrieregetrieben", sagt ihr Ex-Kollege Martin Koehler. Sie ruhe sehr in sich selbst und stehe selbst bei heißen Diskussionen "wie ein Fels in der Brandung". Stattdessen verschreibt Wieland sich einem Projekt, von dem es bisher nur eines gibt: beeindruckende Visionen. An ihr ist es jetzt, als Direktorin für Strategie bis Ende 2012 den Business-Plan zu entwickeln.

Wieland ist eine vielschichtige Persönlichkeit. Eigentlich hatte sie Pianistin werden wollen. Aber wer kann schon von der Solokarriere leben? Mit 16 entscheidet sie sich dagegen und macht Abitur. Die Tochter eines Philosophieprofessors studiert schließlich Betriebswirtschaft. Mit ihrem Abschluss - als Beste ihres Jahrgangs - fällt die Frau mit dem seltenen Vornamen Aglaia, der von einer der drei griechischen Göttin für Anmut stammt, Ann-Kristin Achleitner auf. Bei der Professorin an der Business-School in Oestrich-Winkel und Frau des Allianz-Vorstands Paul Achleitner promoviert sie.

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  • ich habe gerade folgenden Artikel in der FAZ gelesen:

    http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52b6E1D9/Doc~EA7b5E01DA5FA45D5bAF02A9b5E697068~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Es gibt also nach einem Jahr keine Schätzungen zu den Kosten, aber man kann dem deutschen Steuerzahler versichern das die investitionen der ersten 15 Jahre in den kommenden 25 Jahren wieder zurückverdient werden, aha klinght ja vielversprechende!!! Und dann immer wieder der aletrnativlose Hinweis zum "Klimawandel", noch besser gehts nicht. Alles nur Kaffeesatzleserei und Erschleichung von Subventionen, mehr nicht. DESERTEC ist Geschichte.

  • Vielen Dank für den Hinweis. Theoretisch soll ja auch die Möglichkeit bestehen Strom kabellos zu übertragen, aber wer hätte interesse daran. Die Frage der Subventionen bleibt aber bestehen, nicht umsonst besteht solch ein großes interesse daran.

  • @ A. Prenden
    googeln Sie mal nach HGÜ ...

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