Designierter BDI-Präsident
Hans-Peter Keitel: Der Macher vom Bau

Mit Hans-Peter Keitel kam die Wende - zumindest am Bau. Ob ihm dies auch als designierter neuer BDI-Chef gelingen wird, bleibt dagegen abzuwarten.

DÜSSELDORF. Bereits anlässlich seines ersten Auftritts als neuer Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) in Berlin konnte Keitel im Sommer 2005 Positives verkünden: Am Bau geht's wieder bergauf. Nach jahrelanger Krise zeigten die Zahlen im deutschen Bauhauptgewerbe erstmals wieder nach oben. Keitel brachte frischen Wind mit, heißt es beim Bauverband. Dem Jammern der Vorgänger im Amt über die miserable Lage der Branche setzte der stets optimistisch gestimmte Ex-Vorstandschef von Deutschlands größtem Baukonzern, der Essener Hochtief, neue Zuversicht entgegen.

Als Präsident eines der mächtigsten Verbände des Landes bringt Keitel, der bei Mitarbeitern als knallharter Chef gilt, die besten Voraussetzungen dafür mit, dass ihm das auch als BDI-Chef gelingt. Immerhin kommt die Bauwirtschaft in Deutschland mit 700 000 Beschäftigten auf ein Umsatzvolumen von 81 Mrd. Euro. Das ist eine Hausnummer. Zudem gilt Keitel, der aus einer Bauunternehmerfamilie stammt und bei den ehemaligen RWE-Töchtern Lahmeyer und Hochtief Karriere machte, als guter Verkäufer seiner Überzeugungen und in der Politik gut verdrahtet.

Es sei für ihn "eine große Ehre, aber auch eine große Verpflichtung", kommentierte der 61-jährige Keitel seine Nominierung als Kandidat. Wird er, was als sicher gelten kann, im November zum neuen BDI-Präsidenten gewählt, wird er sich im Wahljahr 2009, das zudem von einer ausgeprägten Wachstumsschwäche gekennzeichnet sein dürfte, auf vermintem Feld in Berlin bewegen müssen. Dass er es dabei mit einer Kanzlerin Angela Merkel zu tun bekommt, die nicht im Ruf steht, den Wirtschaftsverbänden ständig ihr Ohr zu leihen, dürfte eine Herausforderung werden.

Manager-Kollegen halten den begeisterten Alpinisten und Klavierspieler mit einem Faible für Jazzmusik dabei nicht gerade für einen Leisetreter. Dies könne dem zuweilen etwas bieder daherkommenden BDI nur gut tun. Mit Keitel folgt nach dem Familienunternehmer Thumann ein Ex-Manager eines Großkonzerns mit umfassender internationaler Erfahrung an die Spitze des Industrieverbands.

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