Deutsch-Liechtensteiner Steueraffäre
E-Mail brachte Steueraffäre ins Rollen

Der Informant des BND, der mit Daten über deutsche Steuerflüchtlinge die bisher größte Steuerrazzia auslöste, ist laut Medienbericht nicht identisch mit dem von Liechtenstein als Datendieb bezichtigten Betrüger.

HB BERLIN/VADUZ. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" meldete sich der Informant per E-Mail beim BND. Der Geheimdienst habe sich sogar ein polizeiliches Führungszeugnis der Person verschafft, wie das Blatt unter Berufung auf Aussagen von BND-Präsident Erste Uhrlau vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages berichtete.

Der Mann habe am 24. Januar 2006 die Zentrale in Pullach angeschrieben, hieß es. Der Eingang der Mail sei in den Akten verzeichnet. In dieser sehr ausführlichen Mail habe der Mann berichtet, über welche Informationen er verfüge, vor allem aus dem Bereich internationaler Geldwäsche. Er habe um einen Termin gebeten und man habe sich getroffen. Der BND habe den Hintergrund des Mannes überprüft, zu dem er bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Beziehungen gehabt habe.

Den Spekulationen des "Wall Street Journals" sei im Kontrollgremium widersprochen wurden, berichtete die "Süddeutsche". Nach Informationen des "WSJ" sollte der BND-Informant enttarnt sein. Der namentlich genannte Mann sei etwa 50 Jahre alt und halte sich derzeit in Australien auf. Der ehemalige LGT-Mitarbeiter habe die sensiblen Daten in den vergangenen 18 Monaten mehreren Ländern angeboten, schrieb die US-Zeitung.

Die Liechtensteiner Justiz ließ gestern offen, ob ein zuletzt in den Medien genannter ehemaliger Mitarbeiter der LGT-Bank des Fürstentums der Informant des Bundesnachrichtendienstes (BND) gewesen sei und die sensiblen Kundendaten weitergeben habe. In einer Mitteilung des Fürstlichen Landgerichtes und der Liechtensteinischen Staatsanwaltschaft hieß es, es sei nicht bekannt, ob es sich bei dem Informanten um einen heute 42-jährigen Liechtensteiner handelt. Der Mann sei bis November 2002 bei der LGT - Treuhand beschäftigt gewesen und Anfang 2004 unter anderem wegen schweren Betrugs und versuchter Nötigung verurteilt worden.

Er sei Anfang 2003 an die Behörden in Liechtenstein herangetreten und habe gedroht, die widerrechtlich erlangten Kundendaten der LGT - Treuhand an ausländische Medien und Behörden weiterzugeben, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit. In einem Verfahren habe er dann ein Geständnis abgelegt und die Kundendaten zurückgegeben.

Trotz dieser detaillierten Darstellung rund um den Mann aus Liechtenstein schreiben die Behörden in Vaduz abschließend: "Ob er der in den Medien genannte Informant des Bundesnachrichtendienstes ist, ist (...) nicht bekannt." Auch wisse man nichts über den derzeitigen Aufenthaltsort des Verurteilten.

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