Deutsch-russischer Handel
Neue Gesichter in Moskau

Personalwechsel beim Verband der deutschen Wirtschaft und den Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Russland: Nach einigen Querelen wurden nun Jörg Hetsch und Michael Harms präsentiert. Für eine eigene Auslandskammer vor Ort ist es aber noch zu früh.

tom/law MOSKAU. Nach einem heftigen Streit unter Vertretern der deutschen Wirtschaft und ihrer Verbände in Russland zeichnet sich ein Neuanfang an. Der Verband der deutschen Wirtschaft in Russland (VDW) – mit rund 500 Mitgliedern die größte deutsche Lobby vor Ort – wählte nunmehr den Vize-Delegierten des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Moskau, Jörg Hetsch, zum neuen Vorsitzenden. Und auch die DIHK-Delegation in Moskau bekam einen neuen Chef: Michael Harms, bislang beim Bundesverband der deutschen Industrie in Berlin (BDI) tätig.

Die geplante Überführung der DIHK-Delegation in eine Auslandskammer (AHK) musste jedoch wegen eines Streits um die Satzung sowie diplomatischen Gezerres um steuerliche Erleichterungen zwischen Russland und Deutschland aufgeschoben werden.

Über viele Jahre hinweg waren der Verband und die DIHK-Delegation in Personalunion von Andrea von Knoop geführt worden. Diese hatte ihren Job Anfang des Jahres jedoch wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag gekündigt. Eigentlich haben beide Organisationen klar getrennte Aufgabenbereiche: Der Verband arbeitet als Lobby der deutschen Unternehmer in Russland, die DIHK-Delegation – als Vorstufe einer Auslandshandelskammer – soll die praktische Kooperation zwischen deutschen und russischen Unternehmen begleiten. In dieser Gemengelage mischt dann auch noch der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft mit – getragen vom BDI und anderen großen Dachverbänden. Seit Jahren hapert es allerdings mit der Zusammenarbeit.

Die Personalquerele zwischen VDW und DIHK um Andrea von Knoop hatte daher hohe Wellen bis ins Topmanagement vieler deutscher in Russland engagierter Konzerne geschlagen. Hinzu kommt: Trotz des bilateralen Rekord-Handelsvolumens von mehr als 50 Mrd. Euro wünschen sich eine Reihe von VDW-Mitgliedern eine stärkere Lobby in Russland – gemessen zum Beispiel an der American Chamber of Commerce.

In der vergangenen Woche gab es nun eine vierstündige Aussprache zwischen Verband und DIHK-Delegation. Damit ist zumindest eine drohende Spaltung des VDW vom Tisch. Die ursprünglich fest eingeplante Gründung der AHK musste jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der DIHK hofft nun, dass sie im kommenden Jahr ihre Arbeit aufnehmen kann.

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