Deutsche Bahn
Rüdiger Grube: der Mann im Hintergrund

Mit Daimler-Vorstand Rüdiger Grube würde ein erfahrener Stratege an die Spitze der Bahn rücken, der alles andere als ein Selbstdarsteller ist. Das nötige Fingerspitzengefühl hat er in seinem Lebenslauf allerdings nachgewiesen.

FRANKFURT. Der große Auftritt ist seine Sache nicht. Rüdiger Grube agiert lieber leise im Hintergrund. Seinen letzten großen Auftritt hatte der Daimler-Strategievorstand hinter den Kulissen Ende März. Es war dem bisherigen Daimler-Strategievorstand vorbehalten, dem 20-köpfigen Aufsichtsrat des Autoherstellers den überraschenden Einstieg des neuen Großaktionärs Abu Dhabi vorzustellen, den Grube maßgeblich mit ausgehandelt hatte.

Doch der Mann, der bei großen Deals der Stuttgarter seit Jahren im Hintergrund die Fäden zieht, wird sich womöglich schon bald an das grelle Scheinwerferlicht einer breiten Öffentlichkeit gewöhnen müssen. Nach Informationen des Handelsblatts gilt der 57-Jährige Grube als ein aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolger von Hartmut Mehdorn an der Spitze der Bahn.

Ein Spitzenjob, der Fingerspitzengefühl braucht. Doch der gebürtige Hamburger Grube, der an der Fachhochschule Hamburg die Fachrichtung Fahrzeugbau und Flugzeugtechnik mit dem Abschluss Diplom-Ingenieur studierte, bringt aus seiner Zeit beim Autohersteller bereits umfangreiche Erfahrungen mit der Politik mit. So ist kleingewachsene Manager mit den grauen Haaren als EADS-Verwaltungsratsvorsitzender schon seit längerem mit immer wiederkehrenden Einflussnahmen von Seiten deutscher oder französischer Politiker vertraut.

Auch als 2006 eine Auffanglösung für einen Teil der zum Verkauf stehenden EADS-Anteile von Daimler gefunden werden muss, ist Grube in die politischen Gespräche in Berlin involviert. Die Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und dem Autobauer werden hinter den Kulissen von Grube geführt. Der unauffällige Daimler-Vorstand ist deshalb für die Spitzenpolitiker in Berlin kein unbeschriebenes Blatt, obwohl der Norddeutsche selbst kaum Aufhebens um seine Person macht.

Grube ist alles andere als ein Selbstdarsteller. Schon unter dem damaligen Daimler-Vorstandschef Jürgen Schrempp ist Grube der unverzichtbare Schaffer im Hintergrund und einer von drei Strippenziehern neben Schrempp und dem damaligen Strategievorstand Eckhard Cordes, die inzwischen längst wieder aufgelöste die Fusion mit dem US-Autobauer Chrysler im Stillen aushandeln. Auch der Mann, dem er nun als Bahnchef nachfolgen soll, kennt Grube noch aus früheren Zeiten.

Der Manager, der an der Fachhochschule Hamburg die Fachrichtung Fahrzeugbau und Flugzeugtechnik mit dem Abschluss Diplom-Ingenieur studierte, war vor seinem Wechsel zu Daimler jahrelang Assistent des späteren Airbus- und Bahnchefs Mehdorn. Als der sich mit Schrempp überwirft, bleibt Grube im Haus. Knapp zwanzig Jahre später kreuzen sich nun wieder die Wege der beiden Topmanager.

Seite 1:

Rüdiger Grube: der Mann im Hintergrund

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%