Deutsche Bahn
Suckale tritt die Flucht nach vorn an

Sie war das Gesicht des Bahn-Streiks: Margret Suckale, die Personalmanagerin der Deutschen Bahn. Sie ist eine der mächtigsten Manager-Frauen in Deutschland. Nun gibt sie auf. Die Datenaffäre war zu viel. Der neue Bahn-Chef Grube hat damit eine Sorge mehr. Über Suckales Dienste freut sich nun ein anderes großes deutschen Unternehmen.

DÜSSELDORF. Ihr Aufstieg beginnt zur besten Sendezeit bei Anne Will in der ARD-Talkshow. Im November 2007, als der Lokführerstreik noch lange nicht auf seinem Höhepunkt angekommen ist, präsentiert sich Margret Suckale dem Millionenpublikum in ihrer besten Rolle: Bis zur Selbstaufgabe beherrscht, lässt sich die oberste Personalfrau der Deutschen Bahn weder von der provozierenden Moderatorin Will noch von dem schon fast paranoiden Auftritt ihres Widersachers Manfred Schell, damals Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, aus der Ruhe bringen.

Der erbitterte Tarifkonflikt zwischen Lokführern und Bahn verschafft der heute 52-jährigen Juristin eine ungeahnte Popularität, freundliche Schlagzeilen und eine Ehrung als "Managerin des Jahres". Die Großbäckerei Mestemacher verleiht ihr - der einzigen Top-Führungskraft unter den gut 500 Chefs der hundert größten deutschen Unternehmen - knapp ein Jahr nach dem Talkshow-Auftritt die unter Personalern angesehene Silberstatue "Oeconomia" für ihr Verhandlungsgeschick mit den Lokführern. "Eigentlich", sagt sie viel später einmal in kleinem Kreis, "kann ich Manfred Schell für den Tarifstreit nur dankbar sein."

Aber ihr Abstieg hat da schon längst begonnen. Ein Abstieg, den sie jetzt kurz vor der Aufklärung der Datenschutzaffäre bei der Bahn beendet - und die Flucht nach vorne antritt. Sie wird ab Juli Leiterin der Führungskräfte-Entwicklung beim Chemiekonzern BASF.

Es war die Politik, die den ersten Stein warf: Auf Betreiben des damaligen SPD-Chefs Kurt Beck wird im vergangenen Frühjahr Norbert Hansen, der langjährige Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet, zum Personalvorstand der Deutschen Bahn berufen. Der Konzern, im Vorfeld des gescheiterten Börsengangs aufgeteilt in die Infrastrukturgesellschaft Deutsche Bahn sowie die operative Tochter DB Mobility Logistics, hat seitdem zwei Arbeitsdirektoren.

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