Deutsche Bank: Ackermann will Chef bleiben

Deutsche Bank
Ackermann will Chef bleiben

Trotz der Neuauflage des Mannesmann-Prozesses will Josef Ackermann weiter an der Spitze des größten deutschen Bankhauses bleiben.

HB HAMBURG. „Ich werde von vielen Seiten ermuntert, durchzuhalten und weiterzumachen. Genau das habe ich vor“, sagte der Deutsche-Bank-Chef in einem am Freitag veröffentlichten Interview der „Bild“-Zeitung. Voraussetzung sei ein entsprechendes Angebot des Aufsichtsrates. Er sei nach wie vor überzeugt, nichts Unrechtes getan zu haben.

Josef Ackermann räumte allerdings ein, dass ihm die Wiederaufnahme des Verfahrens zusetzt. „Das ist natürlich unangenehm und ich wünsche es niemandem“, wurde er zitiert. Der Vorwurf der Richter am Bundesgerichtshof, er habe „keinen ausreichenden Bezug mehr zur Welt, in der wir leben“, habe ihn getroffen: „Das verletzt mich“, erklärte Ackermann. Das öffentliche Nachdenken von Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Rolf Breuer über einen Nachfolger habe ihn dagegen nicht verletzt: „Herr Breuer hat mich immer unterstützt und er hat dies ja auch in dem betreffendem Interview gesagt“, wurde Ackermann zitiert.

Auf die Frage, ob er Fehler an der Spitze der Deutschen Bank gemacht habe, sagte der Vorstandschef: „Diese Frage stelle ich mir auch oft, denn natürlich macht jeder Mensch Fehler. Was unser Geschäft anbelangt, stehen wir heute besser da als je zuvor. Da haben wir alles erreicht, was wir erreichen wollten und angekündigt haben.“ In der Kommunikation liege die Sache sicher anders. „Hätte man manchmal, wie es so schön heißt, weicher argumentieren sollen? Ich komme immer wieder zu demselben Schluss: Wahrscheinlich nein.“

Er fuhr fort: „Das schlimmste wäre doch, wenn man über mich sagen würde: Er ist ganz nett, man weiß aber nicht so recht, wohin er will“, sagte Ackermann. Wenn es um schwierige Themen wie Stellenabbau gehe, sage ihm mancher: „Tun Sie es, aber sprechen Sie nicht darüber.“ Diese Denkrichtung widerspreche ihm zutiefst. „Ich bin ein ehrlicher Mensch und ich denke, wir sollten auch so ehrlich kommunizieren. Wenn die Menschen über mich denken: Der sagt immer, was er denkt und tut, was er sagt, dann halte ich das für das größte Kompliment, das man bekommen kann“, sagte der Vorstandschef des größten deutschen Bankhauses.

Über sein Bild in der Öffentlichkeit sagte der Manager: „Ich glaube man wird als Chef der Deutschen Bank automatisch in eine Symbolrolle gedrängt. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich so nicht bin, wie das oftmals dargestellt wird.“

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