Deutsche Bank
Oberster Vermögensverwalter unter Druck

Als Kevin Parker vor gut einem Jahr die Verantwortung für die Vermögensverwaltung (Asset Management) der Deutschen Bank übernahm, galt er als Hoffnungsträger, der die ertragsschwache Sparte auf Vordermann bringen sollte. Mittlerweile ist das anders.

FRANKFURT. Offiziell äußert sich die Bank zwar nicht. Aber bankintern wird dem Amerikaner zumindest eine Mitverantwortung für das Desaster bei DB Real Estate zugeschoben. „Die oberste Produktverantwortung liegt letztlich bei ihm. Deswegen steht er gehörig unter Druck“, sagt ein Mitarbeiter in der Frankfurter Konzernzentrale.

Aus gutem Grund, denn der Immobilienflop ist nicht der erste Fehlgriff des Managers. Schon bei seiner Ernennung wunderten sich manche Insider. Zwar schien eine Ablösung von Parkers erfolglosem Vorgänger Tom Hughes durchaus angebracht. Aber warum ausgerechnet Parker den Job übernahm, blieb unklar. Denn der war zuvor ausschließlich im Investment-Banking tätig und hatte sich zuletzt vergeblich bemüht, dass Aktiengeschäft der Deutschen Bank international ganz nach vorne zu bringen.

Auch beim Versuch, das Asset Management zu sanieren, sind Parkers Fortschritte eher bescheiden. In den ersten neun Monaten dieses Jahres verbuchte der Bereich Asset und Private Wealth Management, zu dem Parkers Bereich zählt, eine Vorsteuerrendite von gerade mal zehn Prozent – viel zu wenig für eine Bank, die konzernweit eine Marke von 25 Prozent anvisiert und in vielen Geschäftsfeldern auch erreicht. „Es ist offensichtlich, dass es im Asset Management noch Restrukturierungsbedarf gibt“, sagt Dieter Hein, Analyst bei Fairresearch.

Doch von den angekündigten neuen Konzepten für den Bereich sei bisher nicht viel spüren, heißt es in der Bank. Zwar gilt die deutsche Fondsgesellschaft DWS als Ertragsperle, aber das wichtige US-Geschäft sei nach wie vor verbesserungsfähig. Größte Baustelle Parkers war indes die marode britische Vermögensverwaltung. Doch die Versuche einer Sanierung der Sparte, die unter schlechter Performance der Fonds und massiven Kundenabwanderungen litt, fruchteten nicht. Schließlich wusste sich Parker nicht anders zu helfen, als die Sparte zu verkaufen, was nach langwierigen Verhandlungen auch gelang. Intern preist er den Verkauf als „Lösung“ der Probleme, aber Fakt ist, dass die Deutsche Bank nach dem Verkauf kein Standbein mehr im wichtigen britischen Markt hat.

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