Deutsche Börse
Francioni bleibt für eine weitere Amtszeit

Reto Francioni bleibt bis Ende Oktober 2016 Vorstandschef der Deutschen Börse. Der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns verlängerte seinen Vertrag für eine weitere Amtszeit. Bewegung gibt es im Rest des Vorstands.
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FrankfurtReto Francioni bleibt bis Ende Oktober 2016 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse. Der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns verlängerte den Vertrag des 57-Jährigen für eine weitere Amtszeit, wie die Deutsche Börse AG am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Vom kommenden Frühjahr an soll das Führungsgremium zudem von sechs auf fünf Mitglieder verkleinert werden.

Francioni ist seit November 2005 Chef der Börse. Nach dem Scheitern der Fusion mit der New Yorker NYSE/Euronext im Februar war über seinen vorzeitigen Abtritt spekuliert worden. Die EU-Wettbewerbshüter hatten den Zusammenschluss der beiden Börsenriesen verhindert, weil sie befürchteten, in Europa würde ein Quasi-Monopolist im besonders lukrativen Handel mit Derivaten, also Finanzwetten, entstehen.

Francioni hatte nach dem Veto der EU-Kommission jedoch persönliche Konsequenzen ausgeschlossen: „Wir haben keine Fehler gemacht, wir sind erst von Brüssel gestoppt worden.“ Er werde seinen bis Ende Oktober 2013 laufenden Vertrag erfüllen, sagte der Schweizer damals.

Neu in den Vorstand kommt Hauke Stars (45). Die Informatik-Ingenieurin soll zum 1. Dezember die Verantwortung für die IT übernehmen. Stars wird Nachfolgerin von Michael Kuhn (58), dessen Vertrag zum Jahresende ausläuft. Sie arbeitete zuletzt beim IT-Konzern Hewlett-Packard.

Kassamarktvorstand Frank Gerstenschläger (52) geht indes - nach mehr als 20 Jahren in verschiedenen Führungspositionen bei der Gruppe Deutsche Börse - auf eigenen Wunsch zum 31. März 2013. Kassamarkt- und Derivategeschäft, das Xetra und die Derivatebörse Eurex umfasst, sollen nach Gerstenschlägers Ausscheiden unter der Leitung des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Andreas Preuss (56) zusammengeführt werden. Damit fiele ein Vorstandsposten weg.

„Mit der heutigen Entscheidung, die beiden Marktbereiche Kassamarkt- und Derivategeschäft in einem Vorstandsressort zu führen, haben wir einen weiteren Schritt zur Steigerung der Effektivität der Gruppe Deutsche Börse getan. Dies liegt im Kunden- wie auch im Aktionärsinteresse“, erklärte Aufsichtsratschef Joachim Faber in einer Mitteilung.

Francioni werde sich in seiner neuen Amtsperiode „besonders auf die Umsetzung der weiterentwickelten Strategie konzentrieren“, erklärte Faber. Nach der geplatzten Fusion mit der New York Stock Exchange (NYSE) hatte die Deutsche Börse ihre eigene Stärke betont. Vor allem in Asien will der Konzern zulegen. Angestrebt ist, 2012 sowohl das operative Ergebnis (EBIT) als auch den Umsatz zu steigern.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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