Deutsche Firmen gleichen finanziellen Standortnachteil aus
Deutschland - Liebe auf den 2. Blick

„Deutschland steht bei ausländischen Führungskräften nicht gerade oben auf der Wunschliste. Doch was hält weltoffene Top-Manager von einer Karrierestation in Deutschland ab?

Als Expat nach Germany? „Es ist nach wie vor etwas schwierig, ausländische Topmanager für einen mehrjährigen Arbeitsaufenthalt in Deutschland zu begeistern“, räumt Martina Hatzel, Pressesprecherin der BMW Group ein. „Deutschland steht bei ausländischen Führungskräften nicht gerade oben auf der Wunschliste“, bestätigt Barbara Hartmann, Partnerin der Personalberatung Heidrick & Struggles. Und das liegt nicht nur an der wenig verbreiteten deutschen Sprache. Vor allem zwei Dinge sind es, so die international tätige Headhunterin, die weltoffene Top-Manager von einer Karrierestation in Deutschland abhalten: „Zum einen ist es hier steuerlich nicht so attraktiv, zum anderen fehlt eine große internationale Community.“

„Die meisten meiner ausländischen Kollegen empfinden die hohen deutschen Einkommensteuersätze schlichtweg als Desaster“, meint auch Klaus-Peter Gushurst, Sprecher der Geschäftsführung der Managementberatung Booz Allen Hamilton.

Um Topleute aus aller Welt doch für Deutschland zu erwärmen, gleichen namhafte deutsche Firmen den finanziellen Standortnachteil aus. „Bei uns muss kein Mitarbeiter, der aus Indien, den USA oder Finnland kommt, steuerliche Einbußen hinnehmen“, betont Gabriele Chedor von Siemens. „Ausländische Mitarbeiter werden den deutschen vom Einkommen her gleichgestellt, das heißt sie erhalten so genannte Funktionseinkommen“, erläutert die Referatsleiterin, die zuständig für Entsendungen nach Deutschland ist.

Noch ist in deutschen Vorstandsetagen wenig internationaler Flair zu verspüren. Anders in den USA. „Dort machen auch Nichtamerikaner mit einer guten Ausbildung große Karrieren“, stellt Sergey Frank, Partner der Managementberatung Kienbaum, fest. Er selbst hat länger in Nordamerika gelebt. „Hier zu Lande haben Ausländer nach wie vor nicht die besten Chancen, nach oben zu kommen“, meint der Russe mit britischem Pass.

Für Klaus-Peter Gushurst ist dies eher ein vorübergehendes, strukturelles Problem. „Bislang war die Vorstandskultur bei uns sehr deutsch. Doch jetzt kommt eine neue Generation von Führungskräften ans Ruder. Sie haben selbst in anderen Ländern gelebt, sind offen und daran interessiert, die Vorstände für Ausländer zu öffnen.“

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