Management
Deutsche Firmen loben Standort Osteuropa

Wirtschaft rechnet sich in der Region weiter gute Chancen aus - Unternehmen weichen schlechten Investitionsbedingungen in Deutschland aus

HB BERLIN Deutsche Unternehmen, die in Mittel- und Osteuropa investiert haben, sind mit diesem Engagement überwiegend zufrieden. Das zeigt eine Umfrage von zwölf deutschen Auslandshandelskammern und Delegiertenbüros in 14 Ländern der Region. Gut 90 Prozent der knapp 1 000 befragten Unternehmen beurteilen ihre geschäftliche Lage als gut oder befriedigend. Zwei Drittel der Unternehmen gehen davon aus, dass sich ihre Geschäftsergebnisse in diesem Jahr noch verbessern werden.

Die Umfrage macht deutlich, dass Mittel- und Osteuropa heute einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für deutsche Firmen ist. Über 10 000 Unternehmen mit deutscher Beteiligung gibt es bereits in diesen Ländern. Insgesamt haben sie rund 50 Mrd. Euro dort investiert. 80 Prozent der befragten Firmen erklärten, dass sie ihre Investition auch heute in dem jeweiligen Land wiederholen würden.

Positiv bewerten die deutschen Unternehmen vor allem den Arbeitsmarkt in der Region. Qualifikation, Motivation und Produktivität der Arbeitskräfte erhielten durchweg gute Noten. Daran zeigt sich einer der wichtigsten Standortvorteile der Region. In Sachen Steuerbelastung dagegen fielen die Urteile sehr unterschiedlich aus. Während Estland und die Slowakei wegen ihrer niedrigen einheitlichen Steuersätze Bestnoten erhielten, wurden Länder wie Ungarn, Polen und Slowenien wegen der dortigen hohen Steuerbelastung und des komplizierten Steuersystems scharf kritisiert.

Unzufrieden sind die meisten deutschen Unternehmer wegen der eklatanten Schwächen der öffentlichen Verwaltungen in Mittel- und Osteuropa. Schwerfälligkeit der Bürokratien, wuchernde Korruption und mangelnde Transparenz bei Ausschreibungen seien eine schwere Belastung für die Investoren und würden damit das positive Bild trüben.

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