Deutsche sind Fettnäpfchen-Vorbilder
Sparen – aber nur bei den anderen

Manchmal scheint es, als hätten Manager deutscher Konzerne besonderes Geschick beim Treffen von Fettnäpfchen. Nur deutsche Manager entlassen zuerst Mitarbeiter, andere in Europa kappen erst an Forschung und eigenem Salär.

Bestes Fettnapf-Beispiel war zuletzt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Erst reckte er im Gerichtssaal seine Finger zum Siegeszeichen und rügte das deutsche Rechtssystem. Dann platzte mitten in die Diskussion um überzogene Managergehälter die Meldung über Ackermanns Schwindel erregendes Salär für das vergangene Jahr.

Andere deutsche Manager stehen Ackermann aber offenbar in nichts nach. Neue Nahrung gibt dieser Vermutung das Ergebnis einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Taylor Nelson Sofres, das im Auftrag des Logistikdienstleisters UPS europäische Top-Manager befragte. Darin machen deutsche Unternehmenslenker eine denkbar schlechte Figur. Auf die Frage, wo sie als erstes den Rotstift ansetzen würden, wenn sie zum Sparen gezwungen wären, nennen 60 Prozent ihr Personal. Gering ausgeprägt ist dagegen die Sparneigung bei den eigenen Gehältern. Hier würden nur 16 Prozent der Manager Hand anlegen, ergab die Vergleichstudie.

Die Diskussion um Corporate Governance und angemessene Managergehälter scheint in den Top-Etagen der Unternehmen noch nicht angekommen zu sein. Stattdessen postulieren deutsche Konzernchefs auf Nachfrage das Sparen mit dem Holzhammer. Wie simpel.

Für die Studie haben die Meinungsforscher rund 1 450 Manager in sieben europäischen Ländern befragt: Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien und Großbritannien. Der durchschnittliche Jahresumsatz der Unternehmen betrug 1,45 Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter im Schnitt 3 400.

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